Beim Namen genannt

Alois Glück feiert am morgigen Sonntag seinen 70. Geburtstag. In diesem Alter denkt manch einer daran, seine Memoiren zu schreiben. Zu erzählen hätte auch der einstige christsoziale Strippenzieher genug. Doch um Enthüllungen aus dem Innenleben der CSU geht es nicht in Glücks neuem Buch, das am Donnerstag erschienen ist. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) denkt lieber über die Frage nach, „Warum wir uns ändern müssen“, so der Titel. Der auf einem Bauernhof aufgewachsene gelernte Landwirt war von 1964 bis 1971 Landessekretär der Katholischen Landbewegung, arbeitete als freier Journalist und ging dann in die Politik. Er war zwischen 1970 und 2008 Mitglied des Bayerischen Landtags für die CSU, zwei Jahre Staatssekretär, fünf Jahre Vorsitzender der Landtagsfraktion und zuletzt Landtagspräsident. Zum ZdK-Präsidenten wurde er im vergangenen Jahr gewählt. Außerdem fungiert er als katholischer Präsident des Zweiten Ökumenischen Kirchentags (ÖKT) vom 12. bis 16. Mai 2010 in München. Glück lebt im Chiemgau in der Nähe von Traunstein. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani übernimmt die Stiftungsgastdozentur für Poetik im Sommersemester 2010 an der Goethe-Universität Frankfurt. Dies meldete die Hochschule gestern. Seinen fünfteiligen Vorlesungszyklus werde Karmani vom 11. Mai bis zum 8. Juni abhalten und jeweils dienstagabends lesen. Kermani, geboren 1967 in Siegen, ist einer breiteren Öffentlichkeit durch die 1999 veröffentlichten Dissertation „Gott ist schön. Das ästhetische Erleben des Koran“ bekannt geworden, für die er mit dem Ernst-Bloch-Preis bedacht wurde. Sein jüngster Roman heißt „Kurzmitteilung“. In die Schlagzeilen kam der Schriftsteller im vergangenen Jahr, weil der Mainzer Kardinal Karl Lehmann und der frühere evangelische Kirchenpräsident Peter Steinacker es zunächst ablehnten, mit Kermani zusammen den Hessischen Kulturpreis anzunehmen, was sie nach einigem Hin und Her aber doch taten.