Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Ernst-Wolfgang Böckenförde (Foto: KNA), Ex-Bundesverfassungsrichter und emeritierter Freiburger Staatsrechtler, wird heute 85. In seine Amtszeit in Karlsruhe fielen wichtige Urteile zum Auslandseinsatz der Bundeswehr, zum Schwangerschaftsabbruch sowie zum Parteien- und Asylrecht. Böckenförde wurde vielfach geehrt, obwohl er öffentliche Auftritte eher scheut. So erhielt er fünf Ehrendoktortitel, darunter die der Katholisch-Theologischen Fakultäten in Bochum und Tübingen. Papst Johannes Paul II. ernannte den Katholiken 2000 zum Komtur des Gregoriusordens. 2003 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg, ein Jahr später den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken. Berühmt und immer wieder in Sonntagsreden aufgegriffen wurde der von ihm geprägte Satz „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann“. Böckenförde wurde in Kassel als Sohn eines Forstmeisters geboren und hatte sieben Geschwister. Nach seiner Habilitation 1964 wirkte er als Professor in Heidelberg, Bielefeld und Freiburg. 1983 kam der Sozialdemokrat zum Bundesverfassungsgericht; er versah das Amt bis 1996. 2004 wurde Böckenförde mit dem Romano-Guardini-Preis der Katholischen Akademie in Bayern geehrt. Als Begründung hieß es, der Katholik trete für die Unteilbarkeit der Religionsfreiheit ein. Böckenförde hatte selbst bei dem Religionsphilosophen Romano Guardini (1885 bis 1968) studiert.