Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Die syrisch-orthodoxe Ordensschwester Hatune Dogan fordert mehr Unterstützung für Flüchtlinge im Nahen Osten. Vor allem die christlichen Frauen und Mädchen litten unter dem islamistischen Terror und müssten Entführungen und sexuelle Gewalt erdulden, sagte die Theologin. 63 Mädchen habe die Schwester-Hatune-Stiftung im Nahen Osten bisher aus der Gefangenschaft von Islamisten befreien können. „Die Mädchen sollen die Chance haben, sich aussprechen zu können, denn ich kann sie nicht heilen“, sagte die Seelsorgerin und Psychologin.

Die traumatisierten Frauen könnten erst nach intensiver psychologischer Betreuung wieder ein selbstständiges Leben beginnen, sagte die 44-jährige Ordensschwester. 262 Mädchen würden momentan von der Stiftung betreut. Mit ihren mobilen Kliniken sorge die Stiftung für eine medizinische Versorgung von mehr als 25 000 Menschen, Waisenhausplätze, eine Schulausbildung für Kinder oder eine Ausbildung für Jugendliche.

Nachdem sie selbst mit 14 Jahren wegen ihres Glaubens aus ihrem Heimatdorf im Südosten der Türkei fliehen musste, trat Schwester Hatune mit 18 Jahren in ein syrisch-orthodoxes Kloster im westfälischen Warburg ein und studierte an der Katholischen Fachhochschule Mainz. Mittlerweile unterstützt die Stiftung mit rund 5 000 freiwilligen Helfern verfolgte Christen im Nahen Osten und Bedürftige auf allen Kontinenten. Für ihren Einsatz wurde die Ordensschwester 2010 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.