Beim Namen genannt

Beim Namen genannt

Caritas-Präsident Peter neher (Foto: dpa) hat sich erneut kritisch zum geplanten Betreuungsgeld geäußert. Die Kopplung der Leistung an die Nicht-Nutzung eines Kita-Platzes sei fragwürdig, sagte Neher am Donnerstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Damit würden Familien benachteiligt, in denen aufgrund des geringeren Einkommens beide Eltern erwerbstätig sein müssten und die deshalb auf einen Kita-Platz angewiesen seien. Zugleich erhielten die Leistung auch solche Eltern, die sich die Betreuung der Kinder etwa durch ein Au-pair leisten könnten. Neher erklärte weiter, es bestehe die Gefahr, dass Eltern aus bildungsfernen Schichten ihre Kinder nicht in die Kitas schickten, wenn sie stattdessen 100 oder 150 Euro erhielten. „Dann würden genau die Kinder nicht erreicht, für die der Besuch einer Kita besonders hilfreich wäre“, so Neher. Statt des Betreuungsgeldes sei es sinnvoller, das Elterngeld in Höhe des Sockelbetrags von 300 Euro auch nach dem 1. Lebensjahr des Kindes weiterzuzahlen und diese Leistung bei Hartz IV-Empfängern nicht anzurechnen. Neher glaubt nicht an eine ausreichende Zahl von Betreuungsplätzen für unter dreijährige Kinder bis August 2013. Es sei kein Geheimnis, dass es unwahrscheinlich werde, eine ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen zur Verfügung zu stellen. Zugleich sicherte Neher zu, die katholischen Träger würden sich weiter an einem Kita-Ausbau beteiligen. – Die für gestern geplante Beratung über das Betreuungsgeld im Bundestag wurde abgebrochen, weil zu wenig Oppositionspolitiker anwesend waren. Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem „miesen Trick“.