Beim Namen genannt

Reiner Haseloff. Foto: dpa
Reiner Haseloff. Foto: dpa

Reiner Haseloff gilt als prinzipientreu, als wertkonservativ – und als fest verwurzelt in seinem christlichen Glauben. Am heutigen Dienstag wird der CDU-Politiker (Foto: dpa) und bisherige Wirtschaftsminister als neuer Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt vereidigt. Dann steht erstmals ein ostdeutscher Katholik an der Spitze dieses Bundeslandes. Zwar hatte Sachsen-Anhalt in Werner Münch bereits Anfang der 1990er Jahre einen katholischen Landeschef, dieser stammte allerdings nicht aus den neuen Bundesländern, sondern kam als „Westimport“ aus Niedersachsen. Haseloff gehört mit seiner Konfession einer kleinen Minderheit an. Nur etwa 3,5 Prozent der Sachsen-Anhaltiner sind katholisch. Parteifreunde nennen ihn scherzhaft einen „Herz-Jesu-Marxist“. Der 57-Jährige selbst hält nicht damit hinter dem Berg, dass der Glaube ihm Kraft gibt. Auf seinem Schreibtisch steht ein Kreuz, seine Frau sucht ihm jeden Tag ein Bibelzitat aus. Politische Termine am Sonntagmorgen sind für Haseloff in der Regel tabu. Der Diplomphysiker trat bereits Mitte der 1970er Jahre in die Ost-CDU ein. Aber erst nach der Wende stieg er zur Parteispitze auf. In dem ostdeutschen Bundesland hat sich der Vater von zwei Kindern und Großvater von vier Enkeln im Wirtschafts- und Arbeitsministerium als fleißiger und uneitler Politiker einen Namen gemacht. Zu den Kirchen pflegt Haseloff ein gutes Verhältnis. Von Anfang an unterstützte er das „Netzwerk Leben“, das vom Bistum Magdeburg 2001 nach dem Ausstieg der katholischen Diözesen aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung aufgebaut wurde.