Beim Namen genannt

Ursula Sladek (Foto: INT), Mitbegründerin und Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS), hat am Montag in San Francico den mit 150 000 Dollar dotierten internationalen Umweltpreis „Goldman Environmental Prize“ erhalten. Damit werde Sladeks „bedeutender Beitrag zur Demokratisierung der Stromversorgung“ gewürdigt, teilte die Jury mit. Die EWS seien das erste bürgereigene Energieversorgungsunternehmen in Deutschland gewesen und hätten sich zu einem bundesweiten Vorbild entwickelt. Die 1994 gegründeten Elektrizitätswerke Schönau versorgen derzeit nach eigenen Angaben mehr als 100 000 Privathaushalte in ganz Deutschland mit Strom aus regenerativen Energien.

Ulrich Fischer, badischer evangelischer Landesbischof, hält die Ethikkommission zur Atomenergie, der er selbst angehört, für mehr als nur ein moralisches Feigenblatt für die Politik. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die Bundesregierung die Ergebnisse der Kommissionsarbeit berücksichtigen und schnell in politische Entscheidungen umsetzen wird“, sagte Fischer in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag in Karlsruhe. Eine Gefahr, wonach ethische Überlegungen missbraucht werden könnten, um politische Verantwortung zu verschleiern, sieht Fischer nicht. Vielmehr biete die Arbeit der Kommission die positive Chance, das ethische Urteil kompetenter Menschen zu nutzen, um die „politische Verantwortung ethisch zu grundieren und gesellschaftlich abzustützen“. Der Bischof äußerte die Hoffnung, dass die Debatte über den Ausstieg aus der Atomtechnologie auch zu einem neuen Nachdenken über einen verantwortlichen Lebensstil in Deutschland führe.