Beim Namen genannt

Johannes Stockmeier (62, Foto: dpa), ist am Freitag in sein Amt als neuer Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) eingeführt worden. Bei dem feierlichen Gottesdienst in der Berliner Französischen Friedrichstadtkirche forderte Stockmeier ein neues Sozialwort von Kirchen und Diakonie. Der Theologe war im Dezember 2010 zum Nachfolger des zurückgetretenen Diakonie-Präsidenten Klaus-Dieter Kottnik gewählt worden. Bereits seit dem 15. Januar steht er an der Spitze des protestantischen Sozialverbandes, der bundesweit 400 000 Mitarbeiter in 38 000 Einrichtungen zählt. Stockmeier warnte vor einer Durchlöcherung sozialer Sicherungssysteme und „Leistungskürzungen, die als Reform umetikettiert werden“. In Kirchenkreisen gilt Stockmeier als Übergangskandidat, zu dessen wichtigsten Aufgaben die Bewältigung der Affäre um den früheren persönlichen Referenten Kottniks zählen wird. Dieser war stiller Teilhaber einer Beratungsfirma, die auch das Diakonische Werk der EKD beriet. Wie aus einem im Herbst vorgestellten Bericht einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsfirma hervorging, hatte die Firma ihr Auftragsvolumen um mehrere hunderttausend Euro überzogen, ohne dass dafür ein neuer Auftrag vorlag. Daneben steht die Diakonie vor der Fusion mit dem Evangelischen Entwicklungsdienst und dem Hilfswerk „Brot für die Welt“. Bis spätestens 2012 sollen beide Werke zu einem großen evangelischen Sozialverband verschmolzen werden.