BEIM NAMEN GENANNT

Christoph Ahlhaus (CDU, Foto: dpa), Hamburgs neuer Erster Bürgermeister der Hansestadt, ist der erste Katholik in diesem Amt seit dem Zweiten Weltkrieg. In einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) würdigte er kürzlich die Kirchen als „unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft“. „Nicht nur, weil sie Aufgaben erfüllen, die der Staat nicht mehr erledigen kann, sondern weil sie der Gesellschaft Halt geben können. Das ist gerade in der Anonymität von Großstädten sehr wichtig“, sagte er. „Unsere Gesellschaft krankt daran, dass wir das tägliche Leben sehr professionell bewältigen, aber der Sinn des Lebens immer weniger Thema ist. Doch ohne diesen roten Faden klappt irgendwann das Alltagsgeschäft nicht mehr.“ Der Senator rief in dem Interview alle gesellschaftlichen Gruppen zu friedlichem Zusammenleben auf. „Wir sind ein Land mit Religionsfreiheit und größtmöglichen Entfaltungsmöglichkeiten. Das setzt voraus, dass alle, auch die hier lebenden Muslime, in einer Gemeinschaft Toleranz üben.“ In Hamburg gelte das für die ganz überwiegende Mehrzahl der Muslime. „Aber wo es zum Angriff auf unsere freiheitliche Grundordnung kommt, muss der Staat handeln. Das haben wir mit der Schließung der Moschee getan“, sagte Ahlhaus, der am 9. August als Innensenator die durch Anschläge vom 11. September 2001 bekanntgewordene frühere „Al-Quds-Moschee“ schließen ließ und zugleich den Trägerverein „Taiba – Arabisch-Deutscher Kulturverein“ verbot. Für ihn sei der Glaube „ein wichtiger Teil meines privaten Lebens, den ich pflege“, sagte der Politiker. Das Gebet gebe „Ruhe und Gelassenheit und die Gewissheit: Selbst bei Fehlern hat man einen Halt, der einen über das aktuelle Geschehen hinwegträgt“, sagte Ahlhaus.