Washington

Bahnbrechender Kampf für die Gleichstellung

Eine Filmbiografie als Heldengeschichte: „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“. Von José García

Filmtipp: "Die Berufung"
Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones) kämpft vor Gericht gegen die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Der Präzedenzfall bedeutet einen bedeutenden Schritt für die Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft. Foto: Entertainment One

Im Jahre 1956 ist das Bild der Juristischen Fakultät an der renommierten Harvard-Universität von Anzugsträgern geprägt. Regisseurin Mimi Leder verdeutlicht dies etwa mit der Kamerafahrt, die am Anfang ihres Spielfilms „Die Berufung – Ihr Kampf für Gerechtigkeit“ („On the Basis of Sex“) steht. Von diesem grauen Meer heben sich wenige Frauen in ihren farbigen Kleidern ab – eine davon ist Ruth Bader Ginsburg (Felicity Jones), die bald ihr Wissen unter Beweis stellt. Aber nach ihrem Abschluss an der Columbia Law School als Klassenbeste findet sie als Frau keine Anstellung in einer Anwaltspraxis.

In den 1950ern haben Frauen keineswegs die gleiche Stellung wie Männer

In den 1950er Jahren haben Frauen keineswegs die gleiche Stellung wie Männer. Ihr Mann, der Steueranwalt Marty (Armie Hammer) macht sie 1972 mit einem Fall bekannt, bei dem ein Mann aufgrund seines Geschlechtes diskriminiert wird. Ruth sieht darin die Möglichkeit, vor Gericht den Kampf gegen die Diskriminierung von Frauen (und Männern) aufgrund ihres Geschlechtes aufzunehmen.

Sehen Sie hier den Trailer zum Film.

Der Film über Ruth Bader Ginsburg, die 1993 ins Oberste Gericht der Vereinigten Staaten berufen wurde, konzentriert sich auf etwa zwei Jahrzehnte ihres Lebens. Nach einem Drehbuch von  Daniel Stiepleman, einem Neffen der Richterin Ginsburg, legt Regisseurin Mimi Leder das Augenmerk auf die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen in der Zeit von Mitte der 1950er bis Mitte der 1970er Jahren, in der ihr Film angesiedelt ist.

"Die Berufung" zeigt auch die menschliche Seite der Richterin

„Die Berufung“ zeigt aber auch die menschliche Seite der späteren Richterin – ihre von Liebe und gegenseitiger Achtung geprägte Beziehung zu ihrem Mann sowie ihr Verhältnis zur rebellierenden Tochter. Im Gegensatz zum kürzlich gestarteten Spielfilm „Vice – Der zweite Mann“, der seine Hauptfigur vorführt, liefern in „Die Berufung“ die Filmemacher eine Hagiographie von Ruth Bader Ginsburg. Ihre umstrittenen Positionen etwa zur Abtreibung und zur „Ehe für alle“ kommen – wegen des Zeitrahmens – nicht zur Sprache.

DT

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