Berlin

Warum es bei der Bundeswehr nicht mehr rund läuft

Nicht einmal bedingt abwehrbereit: Josef Kraus und Richard Drexl gehen mit der Bundeswehr scharf ins Gericht.

Warum die Bundeswehr nicht einsatzfähig ist
Seit der Wiedervereinigung sei die Bundeswehr kaputtgespart worden, jetzt stehe sie personell ausgedünnt da, meinen Josef Kraus und Richard Drexl. Foto: Christian Charisius (dpa)

Werfen wir einen Blick zurück ins letzte komplette Kalenderjahr der Bundeswehr – ins Jahr 2018: Zeitweise war keines der sechs U-Boote fahrbereit; beim ADAC mussten 6500 Flugstunden angemietet werden, um Fluglizenzen von Flugzeugführern der Bundeswehr zu erhalten; von den 128 Eurofightern waren kaum mehr als vier ohne jede Einschränkung einsatzfähig; von 68 Hubschraubern des Typs Tiger waren nur zwölf voll einsatzfähig; von den Transporthubschraubern CH-53 nur 16 von 72, vonden Transporthubschraubern NH90 nur 13 von58, vom (neuen!) Transportflieger A400M gerade mal drei von 15, und von den Leo-II-Panzern waren es 105 von 244; die Flugbereitschaft der Luftwaffe schaffte es wiederholt nicht, einen Bundespräsidenten oder eine Kanzlerin rechtzeitig ans Ziel zu bringen; deutsche Einheiten mussten in Afghanistan zivile Hubschrauber anmieten.

Die Bundeswehr pfeift nach wie vor aus dem letzten Loch

Das war 2018. Hat sich daran etwas geändert? Nein, in der Kürze der Zeit konnte sich auch kaum etwas zum Besseren wenden. Die Bundeswehr pfeift nach wie vor aus dem letzten Loch.

Seit der Wiedervereinigung wurde sie kaputtgespart, „Friedensdividende“ war angesagt. Jetzt steht sie personell ausgedünnt da, das Material ist kaum einsatzfähig, die Organisation ist in einem desaströsen Zustand. Eine Reform jagt die nächste.

Der Reformeifer lässt die Illusion des Fortschritts entstehen

Besser ist dadurch kaum etwas geworden, außer dass der Reformeifer die Illusion des Fortschritts aufkeimen ließ. Tatsächlich ist die Bundeswehr mit Ausnahme einiger weniger Bereiche, wie zum Beispiel Krisenreaktionskräfte KSK (Kommando Spezialkräfte), einzelner Marine- und Heereseinheiten sowie fliegender Verbände, zu einer Reformruine geworden. Über all dem darf jedoch nicht vergessen werden, dass die Bundeswehr über die beschriebenen Probleme hinaus auch heute noch über Tausende von hochmotivierten Soldaten und zivilen Mitarbeitern verfügt, die ihre Treuepflichten gewissenhaft erfüllen.

Warum Josef Kraus und Richard Drexl die Bundeswehr als Problemarmee sehen, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 27. Juni 2019. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.

DT