„Von den Dächern die Frohe Botschaft pfeifen“

Der Buchautor und Priester Paulus Terwitte, der aktiv auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter tätig ist, über Journalismus in der heutigen Zeit

Twitter
USA, Philadelphia: Die Twitter-App wird auf einem Smartphone dargestellt. (zu dpa «Unwahre Twitter-Inhalte verbreiten sich schneller als die Wahrheit» vom 07.03.2018) Foto: Matt Rourke/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Foto: Matt Rourke (AP)

Bruder Paulus Terwitte, Kapuziner, Priester und Buchautor, sieht die größte Herausforderung für den Journalismus in der heutigen Zeit, auf fundierte Recherche zu verzichten. „Pressemitteilungen einfach nur abzudrucken oder zu wenig Tiefgang zu wagen“ sei eine große Gefahr angesichts der finanziellen Herausforderungen, denen sich viele Verlage gegenübersehen, erklärt Bruder Paulus im Gespräch mit der „Tagespost“. Darin weist Bruder Paulus auch auf die Tendenz einer Verrohung der Sprache und des Umgangs hin. „Wo die soziale Kontrolle fehlt, geraten Menschen außer Kontrolle. Das war schon immer so.“ Gegen diesen Trend helfe nur geduldiger Widerspruch oder höfliches Schweigen.

Die Aufgabe der Medien sei es, so Bruder Paulus, den Finger in die Wunde zu legen. Das Außergewöhnliche sei zwar das, was Aufmerksamkeit errege und die Auflage beziehungsweise die Klickrate erhöhe. Doch der in Frankfurt am Main lebende Buchautor hält Aufrichtigkeit für das wichtigste Prinzip. „Jesus sagte schon: ,Die Wahrheit wird euch frei machen.'“

Zudem betonte der Priester, dass der Glaube die Triebfeder für seine journalistische Arbeit sei. Er wolle „von den Dächern die Frohe Botschaft pfeifen“ und das weltliche Getriebe in Kirche und Gesellschaft damit stören.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 08. März.
DT