Präsident des Lehrerverbandes kritisiert Gender-Ideologie

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, lobt das päpstliche Gender-Dokument „Als Mann und Frau schuf er sie“. Auch von Gendertoiletten in Kindergärten und Schulen hält er nichts.

Meidinger gegen Gender-Toiletten
Meidinger glaubt nicht, dass es ein positiver Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und für eine größere Akzeptanz sexueller Vielfalt ist, wenn an einigen Grundschulen in Deutschland Toiletten für das dritte Geschlecht eingerichtet werden. Foto: Jörg Carstensen (dpa)

Heinz-Peter Meidinger hält nichts von der Einführung von Gendertoiletten in Kindergärten und Grundschulen. Er glaubt nicht, „dass es tatsächlich ein positiver Beitrag zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und für eine größere Akzeptanz sexueller Vielfalt ist, wenn an einigen Grundschulen in Deutschland jetzt Toiletten für das dritte Geschlecht eingerichtet werden sollen. Im Gegenteil, hiermit wird von außen an oft erst sechsjährige Kinder etwas herangetragen, was diese überfordert und Diskriminierungen und Hänseleien eher fördert als verhindert.“

Sprache nicht durch Binnen-Is und Gendersternchen verändern

Ebenfalls für einen Irrglauben, der zu mehr Gendergerechtigkeit führen soll, hält es Meidinger, wenn Interessengruppen und Politiker „jenseits der offiziellen Rechtschreibregeln jetzt mit Schrägstrich- und Klammerausdrücken, Binnen-Is und Gender-Gaps (Unterstrichschreibungen) sowie Gendersternchen einseitig die Sprache und die Rechtschreibung zu verändern“ versuchen.

"Ich halte das Dokument für eine
legitime Meinungsäußerung der Kirche"
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes

Auf das kürzlich veröffentlichte päpstliche Dokument „Als Mann und Frau schuf er sie“ äüßerte sich Meidinger völlig zustimmend: „Ganz unabhängig von der Frage, wie man selbst zu der Morallehre der Amtskirche steht, halte ich das Dokument, das ja ausdrücklich als Dialogangebot deklariert ist und das sich in erster Linie an katholische Schulen richtet, für eine legitime Meinungsäußerung der Kirche, die sogar ausdrücklich zur Diskussion und zum Dialog einlädt. Ich kann darin auch keine Diskriminierung von Homosexualität und Transgender erkennen.“

Meidinger: Gender-Dokument des Vatikan kein Rückfall der "Amtskirche ins Mittelalter"

Daher könne der Lehrerverbandspräsident auch nicht die Kritik einzelner Verbände zu dem Dokument teilen. Auch handle es sich nicht um einen Rückfall der „Amtskirche ins Mittelalter“, „denn dem Papier geht es um die Ablehnung einer Position in der Genderdebatte, die jeden Unterschied zwischen den Geschlechtern leugnet und diese Unterschiede als bloße soziale Konstruktion darstellt.“

Warum Heinz-Peter Meidinger in der Genderdebatte ausdrücklich von Ideologie spricht, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 19. Juni 2019. Kostenlos erhalten Sie diese aktuelle Ausgabe der Zeitung hier.

DT