Molly's Game - Alles auf eine Karte"

Auf ein sehr hohes Blatt gesetzt: Die wahre Geschichte über Aufstieg und Fall einer jungen Unternehmerin im Geschäftszweig Pokerspiel.

Jahrelang veranstaltete Molly Bloom (Jessica Chastain) Pokerspiele mit hohem Einsatz, an denen prominente Wirtschaftsbosse und Schauspieler teilnahmen. Bis sie wegen illegalen Spiels vom FBI verhaftet wurde. Foto: Square One

Wenn der Satz nicht so abgedroschen wäre, müsste es hier heißen: Die unglaublichsten Drehbücher schreibt das Leben. Nachdem ein Sportunfall die aussichtsreiche Skikarriere der 1978 geborenen Molly Bloom zunichte machte, wurde sie zur erfolgreichen Unternehmerin: Sie veranstaltete Pokerspiele mit hohem Einsatz, an denen Wirtschaftsbosse, aber auch berühmte Schauspieler und Filmregisseure teilnahmen – bis sie vom FBI wegen illegalen Spiels und Kontakte zur Russenmafia verhaftet wurde. Im Mai 2014 wurde Bloom, nachdem sie sich schuldig bekannt hatte, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Molly Bloom schrieb ihre Erfahrungen in einem Buch (auf deutsch: „Molly’s Game: Der Insiderbericht über die Pokerrunde der Stars“, 2015) nieder.

Basierend auf diesem Bericht verfasste der bekannte Drehbuchautor Aaron Sorkin das Skript zu „Molly’s Game – Alles auf eine Karte“, bei dem er erstmals auch Regie führt. Nach einem Prolog über ihre vielversprechende Skikarriere beginnt der Film, als Molly Bloom (Jessica Chastain) 2013 verhaftet wird. Sie wendet sich an Rechtsanwalt Charlie Jaffey (Idris Elba), um ihn mit ihrer Verteidigung zu beauftragen. In Rückblenden erzählt Molly, wie sie zu ihrem Geschäftsmodell kam. Doch der Anwalt ist sich nicht sicher, was für ein Spiel Bloom eigentlich spielt: Warum besteht sie darauf, die Namen ihrer prominenten Kunden zu verschweigen? Was wusste sie über illegale Machenschaften hinter den Kulissen ihrer Pokernächte

Den Trailer zum Film sehen Sie hier:
https://www.youtube.com/watch?v=4yvgWXYjIpw

Neben einigen filmischen Mittel wie schön schnellgeschnittenen Sequenzen vom Pokerspiel, die Mollys Hineinwachsen in die Veranstaltung von Pokerrunden verdeutlichen, überzeugen insbesondere die mit Wortwitz gespickten Rededuelle zwischen Anwalt und Mandantin sowie die schier unglaubliche Wandlungsfähigkeit von Jessica Chastain. Aber auch Nebendarsteller, insbesondere Michael Cera als unverschämter Schauspieler, der im Film wie im Buch nur als „Spieler X“ genannt wird, wissen zu glänzen.

José García