Katholischer Medienpreis für Claas Relotius aberkannt

Bischofskonferenz: Schritt erfolgte nach Bekanntwerden von Fälschung wesentlicher Punkte in 2017 prämiertem Beitrag.

Der ehemalige "Spiegel"-Reporter Claas Relotius hat massiv gefälscht
Der ehemalige "Spiegel"-Reporter Claas Relotius hat massiv gefälscht. Foto: Kay Nietfeld (dpa)

Der ehemalige "Spiegel"-Reporter Claas Relotius hat über seinen Anwalt zugegeben, den 2017 mit dem Katholischen Medienpreis prämierten Beitrag "Königskinder" in wesentlichen Punkten gefälscht zu haben, erklärte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Freitag in Bonn.

Auszeichnung in der Kategorie Printmedien

Für seine Reportage über ein Geschwisterpaar aus dem syrischen Aleppo, das vor den Gräueln des Krieges in die Türkei flüchtete, hatte Relotius im vergangenen Jahr die Auszeichnung in der Kategorie Printmedien erhalten.

"Pflichtlektüre" entpuppt sich als Fälschung

"Ich würde ein Gesetz erlassen, dass die Reportage 'Königskinder' zur Pflichtlektüre für alle Politiker wird", unterstrich die ehemalige "Bunte"-Chefredakteurin Patricia Riekel seinerzeit bei der Verleihung. Kopp kündigte jetzt an, man werde das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro von Relotius zurückfordern.

Hintergrund: Der Katholische Medienpreis

Der Katholische Medienpreis wird von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) und dem Katholischen Medienverband verliehen.

KAP / DT (jobo)

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