Gewissensprüfung eines Reporters

Martin Leidenfrost über den Fall Relotius, in dem es nur Verlierer gibt: den Journalisten, seinen Auftraggeber, die Leserschaft.

Claas Relotius war ein großer Reporter. Martin Leidenfrost, so schreibt er selbst in seinem Beitrag für die „Tagespost“ ist ein „kleiner Reporter“.

 Erschüttert vom Fall des Kollegen

Martin Leidenfrost schreibt: „Die kleinen Reportagen des kleinen Reporters sind unvollkommen und stellen Scheitern auch immer wieder aus. Sie werfen ein seitliches Streiflicht auf ein Thema unserer Zeit, erklären wenig und lassen den Leser oft mit einem Rätsel mehr zurück. Der kleine Reporter ist also in nichts mit Relotius vergleichbar, und doch erschüttert ihn der Fall des Kollegen“.

Mainstream-Medien verlieren an Vertrauen

Mit dem Fall Relotius verlören nun, so Leidenfrost, „gerade jene Mainstream-Medien an Vertrauen, denen in Zeiten von ‚Fake-News‘ ohnehin immer weniger geglaubt wird“. Zumindest mit seinen amerikanischen Reportagen bestätige Relotius den Vorwurf, die Mainstream-Medien würden tendenziös berichten – „indem er aufs Offensichtlichste die Vorurteile der ‚Spiegel‘-Redaktion bediente“.

Peinlich für die ganze Zunft der Journalisten

Das sei „peinlich“, schreibt der Österreicher, und es sei „gerade für die überwältigende Mehrheit deutschsprachiger Journalisten peinlich, welche die Weltanschauung der  ‚Spiegel‘-Redaktion zwar teilen, die aber an ihre Berichterstattung die höchsten ethischen Maßstäbe anlegen“.

Wie Martin Leidenfrost bei seinen eigenen Reportagen vorgeht, warum er dabei ehrlich bleibt und was es bedeutet, wenn das Vertrauen in einen Reporter schwindet, schildert er in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 10. Januar 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT (jobo)