Berlin: Grünes Licht für Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale

Beim geplanten Umbau der St. Hedwigs-Kathedrale hat das Erzbistum Berlin eine wichtige Hürde genommen: Die Berliner Denkmalschutzbehörde stimmt den Plänen zu.

Neugestaltung der St. Hedwigs-Kathedrale in Berlin
Der Architekt Peter Sichau (Architekturbüro Sichau und Walter, Fulda) erklärt am 01.07.2014 in Berlin seinen Siegerentwurf zur Neugestaltung des Innenraumes der St. Hedwigs-Kathedrale. Vorgesehen ist unter anderem eine Schließung der Unterkirche. Foto: Soeren Stache/dpa +++(c) dp... Foto: Soeren Stache (dpa)

Wie die Berliner Senatskulturverwaltung am Freitag bekannt gab, erteilte sie als oberste Denkmalschutzbehörde dem umstrittenen Projekt "weitgehend" die denkmalrechtliche Genehmigung. Konkrete Angaben über die Auflagen machte sie nicht. Das Erzbistum Berlin begrüßte die Entscheidung.

Strittig ist vor allem das Vorhaben, die zentrale Bodenöffnung mit Freitreppe zur Unterkirche zu schließen. Der renommierte Architekt Hans Schwippert (1899-1973) hatte diese Raumfassung beim Wiederaufbau der kriegszerstörten Bischofskirche 1960 angelegt. Nach dem erstplatzierten Wettbewerbsentwurf des Architektenbüros Sichau & Walter (Fulda) und des Künstlers Leo Zogmayer (Wien) soll stattdessen der Altar ins Zentrum des Rundbaus rücken. Dies ist nach Auffassung der Leitung und der meisten Gremien des Erzbistums notwendig, um nach den gegenwärtigen kirchlichen Vorgaben Gottesdienst zu feiern. Kritiker wenden dagegen ein, dass die Innengestaltung ein Denkmal von höchstem Wert darstelle und eine Sanierung ausreiche.

Auch die Senatskulturverwaltung bewertete die Umbaupläne als "äußerst bedauerlich" und "tragisch". Zur Begründung der Genehmigung verwies Kultursenator Klaus Lederer (Linke) auf das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen. Danach könnten sie selbst über die Eignung ihrer Sakralräume für Gottesdienste entscheiden. Die Denkmalschutzbehörden hätten nur die Plausibilität der vorgebrachten gottesdienstlichen Argumente geprüft. Aus verfassungsrechtlichen Gründen sei die Genehmigung "zwingend" gewesen.

Der Sprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, erklärte, das Erzbistum freue sich über diese Entscheidung "und würdigt die sorgfältige Prüfung des Projekts und die Sensibilität im Umgang mit diesem für die Katholische Kirche und das Land Berlin bedeutenden Vorhaben".

Das Erzbistum Berlin beziffert die Sanierungs- und Umbaukosten für die Kathedrale und das benachbarte Bernhard-Lichtenberg-Haus auf rund 60 Millionen Euro. 20 Millionen Euro bringt das Erzbistum selbst auf. Weitere 20 Millionen Euro sind von allen 27 deutschen Diözesen zugesagt. 12 Millionen Euro stellen der Bund und 8 Millionen Euro das Land Berlin bereit. Ab kommenden September wird die Kathedrale mit Blick auf die Bauarbeiten geschlossen.

KNA / jbj