Mutterliebe jenseits der Zeit

„Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte“ erzählt von der grenzenlosen Liebe einer Mutter jenseits der Zeit. Von José García

„Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte“
Maquia gehört zu einem ewig lebenden Volk jenseits der Menschenwelt. Als sie flüchten muss, entdeckt sie einen Säugling, dem sie den Namen Erial gibt. Sie zieht ihn wie ihren eigenen Sohn auf. Während Erial aber wächst, bleibt Maquia immer jung. Foto: universum

In ihrem Regiedebüt erzählt Mari Okada, die bislang als Drehbuchautorin gearbeitet hatte, aus dem mythischen Japan in der für das fernöstliche Land typischen Animationsform namens „Anime“. „Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte“ wurde beim Shanghai International Film Festival mit dem „Best Animation Award“ ausgezeichnet.

Ihre Freundin Leylia wird entführt, doch Maquia gelingt die Flucht

Im Lande Iorph leben jenseits der Menschenwelt ätherische, ewig junge Wesen mit langen blonden Haaren und weißen Gewändern, die seit Jahrhunderten gemeinsam in einem mystischen Tuch, dem „Hibiol“, das Geschehen eines jeden Tages verweben – und damit auch ihre Gedanken und Gefühle. Ihr friedliches Leben gerät jedoch aus dem Fugen, als die Sippe von einer fremden Armee angegriffen wird. Ihre Freundin Leylia wird entführt, aber Maquia gelingt die Flucht. Als sie allein durch den Wald streift, entdeckt sie einen Säugling, den sie Erial nennt. Maquia zieht Erial wie ein eigenes Kind auf. Während aber Erial wächst, bleibt Maquia ewig jung.

Die „ewige Liebe“ bezieht sich auf die unbedingte Liebe einer Mutter

Die „ewige Liebe“ des deutschen Verleihtitels bezieht sich auf die unbedingte Liebe einer Mutter, die allerdings durch die menschliche Vergänglichkeit und eine außermenschliche Sehnsucht geprägt wird. Die Animation zeichnet sich durch einen großen Detailreichtum in den Landschaften, die aus „Maquia“ ein bildgewaltiges Epos macht. Damit kontrastiert aber die einfache Zeichnung der Gesichter mit den anime-typischen großen Augen.

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Dass Maquia gleichzeitig zu ihrem Ziehsohn erwachsen wird, gibt der märchenhaften Erzählung eine ganz besondere Note. Drehbuchautorin und Regisseurin Mari Okada behandelt ein wegen der ganz besonderen Beziehung zur Zeit außergewöhnliches Mutter-Kind-Verhältnis. Nebenbei übt sie auch Kritik an der Entstellung einer vorindustriellen, friedlich lebenden Gesellschaft durch die Waffenfabriken.

„Maquia – Eine unsterbliche Liebesgeschichte“ wird nur am 16. Und 19. Mai in etwa 150 Kinos in Deutschland und Österreich vorgeführt.

DT

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