Und bist du nicht willig... wird Organspende Pflicht!

2017 fiel die Zahl der Organspender mit 797 auf das niedrigste Niveau seit 20 Jahren. Auch die Anzahl der zu Transplantationszwecken gewonnenen Organe sank um 9,5 Prozent auf 2 594 (circa 3,3 Organe je Spender). Offenbar haben die Menschen in Deutschland wenig Vertrauen in die Transplantationsmedizin und das ihr zugrunde liegende Konzept des „Hirntodes“. Ein Widerspruch gegen die „Widerspruchsregelung“. Von Rainer Beckmann

Organspende
ARCHIV - Eine Mitarbeiterin der Deutschen Stiftung für Organtransplantation in Neu-Isenburg (Kreis Offenbach) hält am 18.02.2005 in einem Büro der Organisation eine spezielle Kühlbox für Spenderorgane vor das Bild eines Chirurgen. Die Regeln für die Organspende in Deutschland we... Foto: Frank May (dpa)

Erst vor etwas mehr als fünf Jahren war vom Bundestag in seltener Einigkeit die sogenannte „Entscheidungslösung“ verabschiedet worden. Sie beinhaltet die Verpflichtung der Krankenkassen, allen ihren Versicherten ab dem 16. Lebensjahr regelmäßig Informationsmaterialien zur Organspende zuzusenden, damit diese eine „informierte Entscheidung“ treffen können. In dem ebenfalls mitgesandten Organspendeausweis können die Versicherten ihre Entscheidung dokumentieren. Verpflichtet ist man hierzu nicht. Die Entscheidung zur Organspende ist nach wie vor freiwillig. Auch der Deutsche Ärztetag hatte sich damals für diese Regelung eingesetzt.

Die Freiheit, sich nicht zu entscheiden

Embryonen und „hirntote“ Schwangere sind lebendig