Internationale Bücherschau am 16. Mai 2019

Gerard Verschurren: „Forty Anti-Catholic Lies – A Mythbusting Apologist Sets the Record Straight“. Sophia Institute Press 2018, 352 Seiten,

EUR 16,37

Nicht erst seit heute sehen sich die Katholiken Anfeindungen ausgesetzt. Wie reagiert man etwa auf Vorwürfe, wie dogmatisch, freiheitsberaubend, heuchlerisch und gewalttätig es in der Geschichte der katholischen Kirche zugegangen ist? Eine Publikation, die den Gläubigen faktisches Wissen und damit stringente Antworten an die Hand zu geben weiß, um den immer wiederkehrenden Anwürfen einer von Skepsis und Ablehnung beherrschten Öffentlichkeit zu begegnen, ist die des in den Niederlanden gebürtigen und heute in den USA lebenden Wissenschaftlers Gerard Verschuuren, der sich bei seiner Arbeit insbesondere mit Themen an der Schaltstelle zwischen Religion und Wissenschaft befasst. „Forty Anti-Catholic Lies“ stellt sich den Skeptikern in einem Frage-und-Antwort-Schema, bei dem der jeweiligen „Lüge“ eine detaillierte Entgegnung und Richtigstellung folgt. Das Buch ist in sieben Teile gegliedert, die sich jeweils mit dem Verhältnis zwischen Katholizismus und bestimmten Sphären befasst. Unter anderem gehören dazu die Bibel, andere Religionen, die Geschichte der katholischen Kirche sowie die Bereiche Wissenschaft und Gesellschaft.

Jean-Frédéric Poisson: „L?islam a la conquete de l?Occident“. Éditions du Rocher 2018, 288 Seiten, EUR 19,00

Im Herbst 2000 wurde von muslimischen Staaten bei der 9. Islamischen Konferenz in Katar ein demaskierendes wie erschreckendes Dokument unterzeichnet. Darin wird die Strategie zur Reislamisierung der europäischen Muslime detailliert beschrieben. Dieses offizielle Dokument ist öffentlich zugänglich, wird von westlichen Medien jedoch weitgehend ignoriert und verschwiegen. Jean-Frédéric Poisson, seit 2013 Vorsitzender der französischen Christdemokraten und des parlamentarischen Untersuchungsausschusses über die Methoden des „Islamischen Staates“, analysiert in seinem Buch ausführlich die einzelnen Konzepte zur Durchsetzung der „Strategie für die islamische kulturelle Aktion außerhalb der islamischen Welt“. Wie Poisson mit seiner Untersuchung belegen kann, gibt es einen konkreten Plan zur Umgestaltung des Abendlandes. Das Dokument zu kennen, ist daher eine wichtige Voraussetzung, um Versuche, die westliche, auf dem Christentum beruhende Gesellschaft allmählich muslimischen Sitten und Gebräuchen zu unterwerfen, als solche zu erkennen und ihnen entgegenzutreten. Insofern geht Poisson weit über das hinaus, was andere Autoren über die bisherigen Veränderungen innerhalb der Gesellschaft schildern: Er schürft tiefer und erklärt die Ursachen. Poisson untersucht Kapitel für Kapitel des Strategiepapiers, in dem offenbart wird, wie bei der „Durchsetzung der Scharia in Europa“ vorzugehen ist und die abendländische Gesellschaft letztlich durch eine andere, eine muslimische, ersetzt wird. Im muslimischen Dokument heißt es wörtlich, dass eine „Ersatzgesellschaft“, eine Austauschgesellschaft etabliert werden soll. Konkrete Bereiche, in denen man zu einer Veränderung ansetzt, sind unter anderen: die Familie, der Status der Frauen, Kindheit und Jugend, Bildung und Erziehung, die arabische Sprache. Zum Einsatz kommen: die Lüge (die Taqiya und ihre vielfältigen Formen) sowie der Dialog mit dem Westen nach den Regeln des Dhimmitums, das heißt, der Unterwerfung der Nicht-Muslime unter die Muslime. Dazu nennt Poisson unter anderem das folgende Beispiel: „Der Bürgermeister von Le Havre, heute französischer Premierminister, beschloss, 8 000 Portionen Mousse au Chocolat in den Müll zu werfen, die in städtischen Kantinen [von Kindergärten und Grundschulen] serviert werden sollten – mit der Begründung, dass diese Mousse auf Basis von Schwein enthaltender Gelatine bereitet wurde.“ Poisson folgert, dass diese Entscheidung „nur einen Sinn hat: Es ist schlicht und einfach eine Kapitulation gegenüber dem von bestimmten Angehörigen der muslimischen Gemeinschaft ausgeübten Druck, ungeachtet der geltenden Regelungen in den republikanischen Schulen.“ Eine solche Entscheidung wie die von Edouard Philippe führe lediglich dazu, „den identitären Forderungen Vorschub zu leisten und sie zu festigen“. Zudem verweist das Dokument auf das Versagen der westlichen Gesellschaften und ihre Schwäche, die es auszunutzen gilt. So verschafft man sich Vorteile, indem man sich die durch die Toleranz dieser Gesellschaften entstandenen Lücken zunutze macht. Der Autor benennt schließlich Gegenstrategien, mit denen es dem Westen gelingen kann, auf Versuche zur Islamisierung zu reagieren. Poissons Weckruf ist eminent wichtig für eine Auseinandersetzung mit dem Islam, und er zeigt, dass die immer häufiger auftretenden Phänomene keine zufälligen, sondern geplante Ereignisse sind, hinter denen ein Konzept steht.

Fiorella Nash: „The Abolition of Woman – How Radical Feminism Is Betraying Women“. Ignatius Press 2018, 240 Seiten, EUR 16,23

Feminismus sei wichtig, um die vom Mann unterdrückte Frau zu befreien und sie von allen Fesseln, die ihr eine ungerechte Natur auferlegt hat, zu erlösen. So jedenfalls lautet die landläufige Sicht auf den nunmehr zur Ideologie gewordenen Versuch, Frauen in allem den Männern gleichzustellen. Wie verquer, ja geradezu frauenfeindlich diese Auffassung ist, beleuchtet Fiorella Nash in ihrem neuen Buch „The Abolition of Woman“ („Die Abschaffung der Frau“). Denn letztlich gehe es hierbei nicht um eine Befreiung der Frau, sondern um ihre „Abschaffung“, wenn sie – in den Fesseln des Feminismus gefangen – sogar ihr lebensspendendes Potenzial verleugnen und für Abtreibung eintreten soll. Nash, die als Bioethikerin für die „Gesellschaft zum Schutz ungeborener Kinder“ über Lebensschutzthemen schreibt, schildert in ihrem Buch, wie ein radikaler Feminismus Frauen „verrät“, etwa dort, wo dieser Abtreibung, Verhütung und künstliche Befruchtung als weltweit zu etablierende „Rechte“ preist. Für besonders negativ hält Nash die Tatsache, dass der Feminismus zum globalen Establishment gehört und damit die Lage von Frauen tatsächlich nicht verbessert, sondern in weiten Teile der Erde nur noch weiter verschlechtert, etwa dort, wo Frauen im Namen ihrer vermeintlichen „Erlösung“ zur Abtreibung gezwungen werden. KS