GLOSSE: Provokation statt Sport

Provokation statt Sport. Von Stefan Meetschen

Ein Frauenfußballspiel wird zum Skandal
Ein Frauenfußballspiel wird zum Skandal. Foto: Uli Deck (dpa)

Wenn die Frauen-Fußballmannschaft des Vatikan gegen den Wiener Frauenverein FC Mariahilf antritt, sollte man eigentlich von einer friedlichen Begegnung ausgehen – weit gefehlt. Vor dem Spiel der beiden Teams am vergangenen Samstag passierte – laut einer Stellungnahme des FC Mariahilf – folgendes: „Als die Hymnen ertönten, hoben drei unserer Spielerinnen ihr Trikot und zeigten auf den Bauch aufgemalte ,Pro-Choice‘-Botschaften.“ Die Drei wollten damit „auf die Einstellung der Kirche zum Thema reproduktive Selbstbestimmung und LGBTIQ-Rechte hinweisen“. Ein Affront für die Spielerinnen aus Rom, die das Spiel abbrachen, bevor es begonnen hatte. Verständlicherweise, denn wer den Sport dafür missbraucht, um ideologische Botschaften zu platzieren, scheint von der Idee des Fairplay, die dem sportlichen Austausch erst die Würze gibt, nichts verstanden zu haben. Er oder sie betreibt, um es mit „Vatican News“ zu sagen: ein „übles Foul“. Kurios und entlarvend ist dabei, wie die Vereinsleitung des FC Mariahilf, welche angibt, die Aktion nicht mitgeplant zu haben, das eigene Wertebild formuliert: „Bei uns sind alle willkommen, die gerne Fußball spielen. Weder Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, religiöses Bekenntnis [sic!], Hautfarbe noch sonstige Merkmale sind bei uns ausschlaggebend, ob jemand zu unserem Verein dazugehört.“ Aha. Am Samstag sind diese schönen Worte durch die unschöne Protestaktion konterkariert worden. Maria hilf!