GLOSSE: Monogamie gibt's überall

Von Stefan Ahrens

Ehe
Ehe - üblicherweise monogam. Foto: Andreas Kirschek (134392705)

Podcasts gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Berühmte Zeitgenossen möchten ihr Laberbedürfnis nicht nur offline, sondern auch online befriedigen. Etwa Charlotte Roche („Feuchtgebiete“), die mit einem neuen Ehepaar-Podcast bei Spotify an den Start geht. Um jeglichem Schnarchalarm im Podcast-Land vorzubeugen, sollen dort in typischer Roche-Manier „enttabuisiert“ und ganz „unverblümt“ ach so heiße Eisen und Tabuthemen angegangen werden. In einem Promo-Interview mit n-tv lief sich die Neu-Podcasterin schon einmal quasseltechnisch warm. Thema: eheliche Monogamie: „Monogamie ist ausgedachte Christen-Sch…. und wir leben (leider) nun mal in einer christlichen Gesellschaft.“ Ach, liebe Charlotte – unabhängig davon, ob man nun pro oder contra Monogamie eingestellt ist, sollte man vielleicht doch bei manchen Aussagen vorher den Faktencheck machen. Die Idee der Monogamie kam nicht erst mit dem Christentum auf. Man muss sich vielmehr fragen, in welchen Religionen, Kulturen und Subkulturen man diese Idee nicht findet. Monogamie ist nicht nur Christensch…, sondern – um in Deinem Jargon zu bleiben – ebenso Buddhistensch..., Shintoistensch..., Hindusch..., Moslemsch…, Judensch… Es handelt sich bei Monogamie also um eine anthropologische Konstante. Wieso das so ist? Der Dichter C.S. Lewis, den Du als Mitglied der christlichen Gesellschaft sicher kennst, sah darin das Design Gottes. Zu abgehoben? Lass Dich doch mal drauf ein. Vielleicht gibt es mehr als immer nur Nihilismussch...