Zwischenmenschlichen Frieden voranbringen

Der differenzierten Kritik von Stefan Rehder (DT vom 10. Januar) an dem anlässlich der Terrorakte in Paris in diesen Tagen wie „selbstverständlich“ weitergereichten Motto „Je suis Charlie“ möchte ich voll zustimmen. Denn: „Das menschliche Leben ist heilig, weil es von seinem Beginn an der Schöpfermacht Gottes bedarf und für immer in einer besonderen Beziehung zu seinem Schöpfer bleibt, seinem einzigen Ziel. Nur Gott ist der Herr des Lebens von seinem Anfang bis zu seinem Ende“, sagt der Katechismus der katholischen Kirche.

Alle Menschen sind Träger der Menschenwürde, die sich nach dem Bekenntnis der französischen Revolution in „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ entfalten soll und dem staatlichen Schutz aufgegeben ist.

Jedem Nächsten bin ich Bruder beziehungsweise Schwester, obwohl sich die Lebensziele der Menschen sehr vielfältig unterscheiden und die Wege zu deren Erreichung nicht selten einander konträr verlaufen können. Das ist in gegenseitiger Achtung und Distanz auszuhalten.

Deshalb erscheint auch mir das in diesen Tage weltweit verbreitete und allem Anschein nach so gängig übernommene Bekenntnis „Je suis Charlie“ eher naiv, ja für mich unzutreffend, da ich mich als Person kaum mit dem Titel eines Journals identifizieren möchte, das ich nie gelesen, gesehen habe oder in Händen hielt.

Nein: persönlich bin ich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, wobei mir Letztere vor allem heilsam erscheint, um todbringenden Terror zu stoppen und den zwischenmenschlichen Frieden voranzubringen. Sind wir Menschen doch mit Geist und der Sehnsucht nach dem Wahren, Guten, Schönen begabt!

Sollten wir nicht darüber viel öfter kommunizieren und in unserer Wirklichkeit nicht jegliches Schwert wegstecken?

Weitere Artikel
Themen & Autoren
Abonnements

Kirche