Zwanzig Jahre Mauerfall: Gorbatschow und der Papst

Vielen Dank für die beiden ausgezeichneten Artikel in der Tagespost vom 7. November („Sieg der Freiheit“ und „Der Mauerbrecher aus Polen“), in denen die welthistorische Bedeutung von Papst Johannes Paul II. für die geistig angebahnte Überwindung der längsten Diktatur des 20. Jahrhunderts in Europa gewürdigt wird. Schon lange empfinde ich es als geradezu beschämend, dass im medial manipulierten Kollektivbewusstsein der breiten Gesellschaft bei uns fast nur noch selektiv wahrgenommene Bilder als „Fakten“ gelten, die geistesgeschichtlichen Zusammenhänge der politischen Entwicklungen aber weitgehend vergessen oder ignoriert werden.

Doch man konnte – und kann hoffentlich auch weiterhin – eindrucksvolle Ausnahmen erleben; eine ist mir nach einem Besuch von Dresden im Frühjahr 2004 besonders in Erinnerung geblieben. Da antwortete eine unweit der noch nicht vollständig renovierten Frauenkirche auf die nächste Reisegruppe wartende Fremdenführerin auf meine geäußerte Bewunderung der gewaltlosen Überwindung von Unfreiheit und SED-Diktatur durch mutige Mitbürger der vormaligen DDR ganz schlicht: „Das haben wir nur Gorbatschow und dem Papst zu verdanken“. Also alles klipp und klar auf den Punkt gebracht. Meine doppelte Bewunderung vor diesem Satz einer nachdenklichen Fremdenführerin!

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