Zur Kritik von Jugendbischof Stefan Oster am BDKJ : Die Zeit der Grabenkämpfe ist vorbei

In ihrem Artikel „Ein echter Fortschritt“ vom 19. Mai 2017 kommentiert Regina Einig die Äußerungen von Jugendbischof Stefan Oster SDB auf der BDKJ-Hauptversammlung.

Wir halten die von Bischof Oster darin vorgebrachte Kritik für eine unangebrachte Provokation. Er bezog sich in seinem verkürzenden Vortrag auf unsere Schrift „Theologie der Verbände“, die wir vor zwei Jahren veröffentlicht haben.

Die Einschätzungen von Bischof Oster haben uns überrascht, da die „Theologie der Verbände“ bisher von Mitgliedern der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und anderen Akteurinnen und Akteuren in der Jugendpastoral auf eine breite Zustimmung stieß und unsere Arbeit auf diesem Feld viel Wertschätzung erfahren hat.

Frau Einig mutmaßt in ihrem Artikel nun, dass es zu den Äußerungen des Jugendbischofs von Seiten des BDKJ aus taktischen Gründen keinen Widerspruch gegeben habe. Dies ist falsch. Sowohl Delegierte der Versammlung als auch der Bundesvorstand haben die Vorwürfe des Bischofs ausdrücklich zurückgewiesen.

Die katholische Jugend packt seit 70 Jahren Themen junger Menschen in Kirche, Politik und Gesellschaft an. Nicht weil wir Lust an Provokation haben, sondern weil es unsere Aufgabe ist.

Provokationen aber lösen keine Probleme, sondern haben das Potenzial, einen wirklichen Dialog zu verhindern. Die Liste drängender Fragen in der Kirche aber ist lang: Wie finden junge Menschen einen Halt im Glauben und in der Kirche eine Heimat? Wie kann in ihr Beteiligung und Mitbestimmung gelingen? Welchen Anteil haben Verbände an der Sendung der Kirche?

Die Zeit der Grabenkämpfe ist vorbei. Wir wollen zu den Themen, die jungen Menschen wichtig sind und die uns in die Zukunft führen, einen fairen Dialog mit Bischof Oster und vielen anderen kirchlichen Akteuren. Dies wäre dann ein „echter Fortschritt“.

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