Zur Frage, welche Parteien noch christliche Werte vertreten: Sind CDU und CSU für Christen wählbar?

Zum Leserbrief „Für breite Schichten wählbar bleiben“ (DT vom 17. August): Wer die Politik der CDU/CSU der letzten Jahre verfolgt hat, kann diese Partei nicht mit gutem Gewissen wählen. Ich nenne nur ein paar Stichpunkte: Abtreibung, Embryonen-Forschung, Sterbehilfe, Familienpolitik, Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare und vieles mehr. Wo bleibt hier die klare christliche Ausrichtung von CDU/CSU? Auch wenn diese Parteien vielleicht mehr „christliche“ Werte vertreten als alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien, tragen sie durch ihre nur auf Machterhalt zielende Politik viel zu der heutigen Situation in den oben genannten Bereichen bei. Würden unsere C-Politiker ganz klar die christlichen Werte vertreten, wären sie vielleicht nicht an der Regierung, aber sie wären ein Stachel in der anti-christlichen Politik der anderen Parteien. Jesus hat nie Kompromisse auf Kosten seiner Lehre gemacht. Er stelle seinen Jüngern nur die Frage: „Wollt auch ihr gehen?“ Jeder trägt Verantwortung für seine Stimme. Für mich ist klar: Wer CDU/CSU wählt, wählt vielleicht das kleinere Übel, aber er wählt ein „weiter so“ in allen genannten Bereichen und trägt letztlich Mitverantwortung für diese Übel.

Da es Parteien gibt, welche die christlichen Werte auf jeden Fall mehr vertreten als CDU/CSU, bestehen genügend Alternativen. Auch wenn diese Parteien nicht über die Fünf-Prozent-Hürde kommen, fehlen diese Stimmen den anderen Parteien.

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