Zur Diskussion um die Unterzeichner der „Petition Vatikanum 2“: Unterschriften aus Seniorenheimen

Auf den Leserbrief von Herrn Prof. em. Dr. Norbert Scholl „In freundschaftlicher Atmosphäre“ (DT vom 10. März) möchte ich erwidern:

Ich habe bei den im Internet aufgeführten Unterzeichnern der „Petition Vatikanum 2“ festgestellt, dass zum Beispiel auch Altkatholiken und eine Pfarrerin aufgelistet sind. Offensichtlich spielte die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche eine untergeordnete Rolle. Hauptsache war wohl, eine möglichst große Anzahl von Befürwortern präsentieren zu können.

Für sehr bedenklich halte ich den Hinweis darauf, dass auch Bewohner von Seniorenheimen unterschrieben hätten. Wer von diesen war allein vom Alter her in der Lage und hatte bei dem kirchenfeindlichen Klima im heutigen Deutschland die Möglichkeit, sich so zu informieren, dass man von einer wirklichen Entscheidung sprechen könnte? Die allermeisten Heiminsassen sind doch so vom Pflegepersonal abhängig, dass es sicher keiner großen Anstrengung bedurfte, ihre Unterschrift zu erhalten. Für mich ist das Ausnutzung von Abhängigen!

Wie sehr auch Publik-Forum die ganze Richtung des Papstes nicht passt, lässt sich aus einem Dossier mit dem Titel „Wir sind nicht Papst“ ersehen: „Manche verurteilen die Kritik am Vatikan-Desaster als Papst-Bashing. Für sie ist der Papst sakrosankt. Und nicht wenige können gar nicht verstehen, dass ein so in sich gekehrter gelehrter Kirchenführer mit einem so gütigen und väterlichen Gesicht seit Jahrzehnten ein harter Inquisitor ist, wenn es um fortschrittliche kritische Katholiken geht.

Doch wer seinen Umgang mit der evangelischen Kirche sieht, die Wiedereinführung einer Karfreitagsfürbitte, die Juden mögen Jesus als Retter der Menschen anerkennen, der kann nicht umhin zu sagen: Hier ist einer unterwegs, der für den Preis der Einheit der Konservativen und Reaktionäre in der Kirche die Einheit mit den Fortschrittlichen und Demokraten zu zahlen bereit ist.“

Die „Entrüstung“ liegt darin begründet, dass der Papst an der ganzen Lehre der Kirche festhält, die Einhaltung des Zweiten Vatikanischen Konzils nach Geist und Buchstaben von allen einfordert und Fehlentwicklungen korrigiert.

Wie notwendig dies gerade heute ist, zeigt die österreichische Kirche. Dort droht die „Basisbewegung“ „Wir sind Kirche“ ganz unverhohlen den Bistumsleitern: „Als Führer, Helfer, Berater im Glauben, haben die Bischöfe ohnehin lang ausgedient. Wie lange die Gläubigen sie als Leiter des Verwaltungsapparates noch zulassen, bleibt abzuwarten!“

Deshalb gilt für alle Bischöfe und Priester die beschwörende Mahnung 2 Timotheus: „Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst!“

Jeder katholische Christ ist aufgerufen, sich in unverbrüchlicher Treue hinter unseren Papst Benedikt XVI. zu stellen und den Zerstörern in den eigenen Reihen mit Bekennermut entgegen zu wirken.

Themen & Autoren

Kirche