Zur Diskussion um den ZdK und den Zölibat in der katholischen Kirche: Scheidung bei Pfarrern: Kirchensteuer wird falsch verteilt: Anbetung für den Priesternachwuchs

Und immer wieder das Zölibat. Etwa 20 Prozent der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrern (auch eine Bischöfin) sind geschieden. (Oft weil der nächste Partner auf der Matte steht.) Wer denkt an die abgeschobenen Ehepartner, wer an die Kinder? Sie haben erlebt wie Papa / Mama über Ehe in Vorbereitungsgesprächen reden und erleben nun die Wirklichkeit.

Da katholische Pfarrer nicht anders sind als ihre protestantischen Berufsgenossen, was geschieht dann bei einer Scheidung? Im katholischen Verständnis ist das Ehesakrament nicht auflösbar. Im Übrigen bin ich der Meinung, dieses Thema sollten die zölibatär lebenden Nonnen, Mönche und Pfarrer unter sich klären, niemand wird gezwungen. Und Politiker sollten sich des wichtigsten Themas annehmen: Millionen Abtreibungen in Deutschland (aber über die Demografie jammern).

Sehr zu danken ist Kardinal Woelki für die Verteidigung des Zölibats (DT vom 1. September), während es immer unzumutbarer für die Gläubigen wird, sich „katholisch“ nennende Einrichtungen, wie das ZdK, mitfinanzieren zu müssen mit Millionenbeträgen, das seit vielen Jahren antimissionarisch wirkt, während missionarisch wirkende katholische Einrichtungen wie zum Beispiel Radio Horeb, K-TV, EWTN keinen Cent von der Kirchensteuer erhalten. So überträgt zum Beispiel EWTN täglich einen Gottesdienst aus dem Kölner Dom, wichtige Sendungen aus Rom, die man auch auf KTV sehen kann.

Besonders empörend ist die Diffamierung von Priestern aus anderen Ländern, die bei uns ihr segensreiches Wirken ausüben, durch ZdK-Präsident Sternberg. Ohne diese Import-Priester hätten unsere Vorfahren nie das Evangelium kennengelernt.

Die für die Verteilung der Kirchensteuer in Deutschland Verantwortlichen sollten sich überlegen, ob man durch Unterstützung solcher antimissionarisch wirkenden Organisationen nicht beiträgt zur Verstärkung der Krise in der katholischen Kirche in Deutschland.

Zu Ihrem Artikel „ZdK für Lockerung des Zölibats“ (DT vom 30. August) möchte ich folgendes bemerken: Wenn ZdK-Präsident Sternberg von „Import-Priestern“ spricht, so empfinde ich das als eine kaltschnäuzige, überhebliche und menschenverachtende Wortwahl. Geweihte Personen werden zu Importgütern herabgestuft. „Import-Priester“ sind sozusagen eben nur 2. Wahl. Ich frage Herrn Sternberg, wann er zum letzten Mal den Rosenkranz gebetet hat. Dieses Gebet leitet zur Demut an.

Des weiteren sollte Herr Sternberg, wenn er denn einmal über den Tellerrand des ZdK hinaussehen würde, bedenken, dass unsere Brüder und Schwestern in der Evangelischen Kirche seit Jahren mit dem Problem der Ehescheidungen ihrer Pastoren/-innen zu kämpfen haben. Wenn also selbst die Hirten (Pastoren), die ihren Gemeinden ja als Vorbilder vorstehen sollten, sich scheiden lassen, dann braucht man sich über die vielen Ehescheidungen ihrer Schäfchen nicht mehr zu wundern. Ehescheidung heißt ja nicht nur „Tschüss“ sagen zwischen zwei Eheleuten; davon sind ja in den meisten Fällen auch Kinder betroffen, die unter der Scheidung der Eltern leiden. Da bleibt dem Pastor, der Pastorin nur noch wenig Zeit für ihre Gemeinde oder zum Gebet.

Zum Priesternachwuchs verweise ich auf ein US-amerikanisches Vorbild namens „Adoration for vocations“ (Anbetung für Berufungen), über das im Monat August im katholischen Radiosender Radio Horeb in Balderschwang ausführlich berichtet wurde. Vor Jahren gab es in den USA einen ähnlichen Priestermangel wie in Deutschland. Durch eucharistische Anbetung vor dem ausgesetzten Allerheiligsten in einer wachsenden Zahl von Gemeinden mit Gebet um Priesterberufungen ist die Zahl von Neupriestern in den USA in den letzten Jahren um über dreißig Prozent angestiegen.

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