Zur Diskussion um den priesterlichen Zölibat: Lachhaft, wenn die Falschen diskutieren

Der Zölibat ist wahrlich ein hohes Gut, was zum Beispiel in den schwierigsten politischen Zeiten immer wieder bewiesen wurde, aber der Zölibat ist kein Gebot Gottes, sondern von Menschen, die es bestimmt gutmeinten, festgelegt worden. Dass das Christentum auch mit einem eingeschränkten Zölibat leben und überleben kann, zeigt sich in orthodoxen Gemeinschaften. Wenn Papst Benedikt XVI. im Zusammenhang mit Anglikanern, die zur katholischen Kirche übertreten meint, dass die Einheit der Kirche wichtiger sei als der Zölibat, dann gibt das Anlass zum Nachdenken.

Wenn verheiratete protestantische Pastoren zum katholischen Glauben konvertieren und ein entsprechendes Studium absolvieren, können sie als katholische Priester verheiratet bleiben. Dies zeigt, dass der Zölibat keine starre Einrichtung ist und durchaus überdacht werden kann. Wer zölibatär leben will, soll es können – siehe griechisch-orthodoxe Kirche! Die sehr vernünftige Konsequenz dort sagt, dass eben nur zölibatäre Priester einmal Bischöfe werden können.

Eines sollte bei diesem Thema allerdings ganz vorrangig sein: dass nur die darüber beraten und diskutieren, die es wirklich angeht. Es ist geradezu grotesk und lächerlich, wenn sich ausgerechnet die Leute über den Zölibat oder verheiratete Priester echauffieren, die mit der Kirche sowieso nicht viel am Hut haben. Wenn gefragt wird, warum dem Glauben der Glanz fehle und was die Kirche falsch mache, kann ich nur sagen, dass da im Inneren der Kirche geforscht werden muss. Priester, Mönche, Nonnen sind auf der Straße nicht mehr als solche zu erkennen; es fehlt die Repräsentanz. Das Hirtenamt liegt im Argen; dafür theologisieren hoch dotierte junge Frauen in Lehrgängen und wollen altgedienten Priestern die Religion erklären.

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