Zur Diskussion um das Skandal-Buch „Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel“: Wider die Kultur der Lieblosigkeit

Mit Interesse verfolge ich die Leserbriefe zum sogenannten „Kinderbuch“: Wo bitte geht es zu Gott?, fragte das kleine Ferkel. (Schmidt-Salomon) Um mir ein Bild (auch über den Autor dieses „Werkes“) machen zu können, studierte ich die Homepage von Herrn Schmidt-Salomon. Die Homepage bewirbt religionskritische Literatur, sowie einen Lebensstil, der sich doch bitte von einer tragenden göttlichen Wirklichkeit emanzipieren solle. In Interviewpassagen mit Herrn Schmidt-Salomon wurde deutlich, mit welcher Aggression er Religionen und vor allen Dingen der katholischen Kirche begegnet.

Das schizophrene an seiner Argumentation ist der Sachverhalt, dass er selber in keinster Weise eine wie auch immer geartete christliche Sozialisation erhalten hat. Wie kann man Religion als Imagination kritisieren, wenn man über die Inhalte von Religionen selber nur Imaginationen besitzt? Ich glaube nicht, dass Herr Schmidt-Salomon die Grundordnung des römischen Messbuches gelesen hat. Er beschreibt die Liturgie unserer katholischen Kirche als eine Art Beschwörungstheorie, in welcher die Teilnehmer wohl allesamt nicht Herr ihrer geistigen Kräfte seien.

Ich denke, um den Faden aufzugreifen, das oben aufgeführte „Kinderbuch“ ist Produkt einer Geisteshaltung, die den christlichen Liebesbegriff vollkommen außer acht lässt. In umfassender Weise brauchen Kinder die Fürsorge einer liebenden Mutter und eines liebenden Vaters. Also gerade das Verhalten, welches der Papst in seiner ersten Enzyklika (Deus caritas est) als den größten Mangel der Post-Moderne charakterisiert (Die Kultur der Lieblosigkeit). Ein Kind benötigt also kein Buch, welches es abhalten soll vom Weg zur Quelle der Liebe, der Liebe in „Reinkultur“, dem dreieinen Gott. Letztendlich wäre jedem Atheisten und Agnostiker die Frage zu stellen, ob er die Liebe als bloße Imagination, als evolutionistische Notwendigkeit oder als ein Produkt der Phantasie bezeichnen würde! Für uns Christen ist sie die Wesenseigenschaft Gottes. Jeder Mensch der liebt, ist ein „implizit“ Gläubiger! Gibt es daher überhaupt einen „Atheisten“? Es wäre ein Mensch, der nicht lieben kann! Ein bedauernswerter Mensch!

Themen & Autoren

Kirche

Schwules Paar
Rezension
Eine Wegweisung im LGBTIQ - Dschungel Premium Inhalt
Daniel Mattson legt in seinem autobiografischen Buch "Warum ich mich nicht als schwul bezeichne" tiefe Gedanken über Sexualität, persönliche Freiheit und die Lehre der Kirche vor.
19.09.2021, 17 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Papst in der Slowakei
Bratislava
In das reale Leben eintauchen Premium Inhalt
Die Pastoral muss kreativ begleiten und motivieren. In der Slowakei will die Kirche dafür den richtigen Weg finden. Papst Franziskus ermutigte bei seinem Besuch dazu. Ein Gastkommentar.
18.09.2021, 19 Uhr
Thomas Schumann