Zur Diskussion über die zölibatäre Lebensform katholischer Priester: In dieser Frage herrscht Verwirrung der Geister

Wie froh bin ich, dass es Bischof Gerhard Ludwig Müller gibt. Seine Ausführungen über den priesterlichen Zölibat in der Ausgabe der „Tagespost“ vom 29. Mai sind klar und eindeutig. Sie sind eine gute Antwort auf die unverständlichen Aussagen von Erzbischof Schick. Auch, als seinerzeit der jetzige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, ähnliche Ideen wie sein Amtsbruder äußerte, erschien in der „Tagespost“ klar und eindeutig seine Stellungnahme zum priesterlichen Zölibat. Ich hoffe sehr, dass Bischof Gerhard Ludwig Müller auch in der Bischofskonferenz auf seine Mitbrüder einwirkt. Gerade in dieser Frage müssen sich alle einig sein. Jeder Priester steht in der Nachfolge Christi und das bedeutet, zu leben nach den evangelischen Räten. Sowohl bei manchen katholischen Christen wie auch bei katholischen Geistlichen höre ich andere Ansichten.

Als ich vor einigen Tagen mit einer Ordensfrau über dieses Thema sprach, meinte sie, dass Priester heiraten sollen. Bei einer Person, die selber nach den evangelischen Räten lebt und wissen müsste, was ein Priester ist, sind solche Ansichten für mich unbegreiflich. Es besteht in dieser Frage zurzeit eine Verwirrung der Geister. Die wichtigste Begründung für den priesterlichen Zölibat ist die, dass Jesus Christus selber nach den evangelischen Räten gelebt hat. Darum folgt der Priester dem Vorbild seines Meisters.

Auch wenn – wie Bischof Gerhard Ludwig Müller sagt – die Lebensform charismatischer Ehelosigkeit immer ein Stachel im Fleisch eines sich verbürgerlichten und verweltlichten Christentums bleibt, wird Gott weiterhin Berufungen schenken und sein Volk nicht ohne Hirten lassen.

Denken wir an die Worte des Papstes: „Liebe Priester, Christus rechnet mit euch. Nach dem Beispiel des heiligen Pfarrers von Ars lasst euch von ihm vereinnahmen, dann seid ihr in der Welt von heute auch Boten der Hoffnung, der Versöhnung und des Friedens!“

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