Zur Diskussion über den Neubau der Leipziger Propsteikirche: Möglichkeiten zur Anbetung schaffen

Die anhaltende Reflexion über die neue Leipziger Propsteikirche ist interessant und klärend. Ein wenig traurig macht nur, dass die Entwicklung in unserem Land ja doch eher auf das Schließen von Kirchen als auf Neubauten hinauszulaufen scheint. – Der Gedankensprung zum Moscheebau liegt nahe. Wenn nicht eine christliche Besinnung einsetzt, könnte sich eine stärkere Dynamik auf muslimischer Seite eines Tages sehr klar zeigen. Die katholischen Kirchenbauten haben – das ist klar – vor allem der Eucharistiefeier und der Anbetung Raum zu bieten. In den schwierigen Strukturplänen innerhalb der zum Teil großen Pfarreiengemeinschaften verdient natürlich die Sicherung der sonntäglichen Eucharistiefeier die größte Beachtung. Aber auch die Ermöglichung der eucharistischen Anbetung müsste meines Erachtens ins Auge gefast werden. Sowohl der eucharistische Herr als auch die Gläubigen selbst haben einen Anspruch darauf!

Wenn die innere Wärme unserer katholischen Kirchen nicht erkalten soll, muss dafür gesorgt werden, dass die Gegenwart des Herrn auch außerhalb der Eucharistiefeiern im Bewusstsein bleibt. Dazu scheinen mir eine würdige Aufbewahrung im Tabernakel und die Möglichkeit zur Anbetung einfach notwendig. Wir gehen Zeiten entgegen, in denen das Christsein zum „Ernstfall“ (Hans Urs von Balthasar) wird. Da ist die lebendige Beziehung zu Christus unverzichtbar.

In Trier ist die alte Marktkirche seit ein paar Jahren Anbetungskirche. Die Möglichkeit wird wahrgenommen. Das wirkt sich auch auf den werktäglichen Gottesdienstbesuch positiv aus. Ähnlich könnte doch auch in kleineren Kirchen die Anbetung gute Früchte tragen! Verantwortliche zu finden, dürfte nicht zu schwer sein.

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