Zur Berichterstattung über den Weltjugendtag: So müssten auch Katholikentage sein: Das hat wieder Mut gemacht

Der XXIII. Weltjugendtag in Sydney ging gerade zu Ende. Es war wieder einmal eine Begegnung der Superlative. Auch der vorherige Weltjugendtag in Köln, genauso mit Papst Benedikt XVI. oder die Begegnungen mit Papst Johannes Paul II., sei es in seiner Heimat oder auf allen fünf Kontinenten, waren immer Feste des Glaubens, der Freude und Begeisterung, nicht nur der jungen Christen, sondern aller Teilnehmer, jung und alt.

Was ist denn so ausschlaggebend für diese Art von Zusammentreffen? Erstens: Christus ist immer die Mitte und die Ursache dieser Zusammenkünfte, auch wenn kein Papst dabei ist, der doch oft als Pilger und Wortführer erscheint. Zweitens: Alle Teilnehmer vereint der eine christliche Glaube, die eine katholische Kirche. Drittens: Die Menschen geben hier mit Wort und Tat öffentlich Zeugnis für diesen Glauben ab, und tun es mit Freude und Begeisterung

In Gedanken versuchte ich die Weltjugendtage mit unseren Katholikentagen zu vergleichen. Zurzeit gleichen sie eher einem Markt der tausend Möglichkeiten, die mehr oder weniger mit Gott, dem Glauben und mit der Kirche direkt etwas zu tun haben. Auf diesem Markt von Diskussionen, Vorträgen, Veranstaltungen und Gegenveranstaltungen muss man die „echten Perlen“ schon fleißig suchen, um sie zu finden. Und damit meine ich das Wesentliche – Jesus Christus, und das Wesentliche an Glaube und Kirche.

Natürlich gibt es auch hier Gottesdienste, Anbetung, Gebete, Meditationen. Aber dieser Markt der tausend Möglichkeiten und dieses Mammutprogramm, das kein Mensch überschauen kann, kann am Ende eines Katholikentages auch nicht der feierliche Schlussgottesdienst im Stadion in Anwesenheit so vieler Bischöfe und Kardinäle beheben.

Alle möchten hier mitmischen und ihr eigenes Süppchen kochen, von prominenten Politikern bis zu Lesben und Schwulen; von „Verheirateten Priestern und ihren Frauen“ bis zur „Kirche von unten“ und anderen notorischen Kirchenkritikern, die von „der Kirche“ nur fordern, ohne irgendwann auch etwas Positives beizutragen. Und immer wieder werden die „alten Hüte“, wie Frauenordination, wenigstens Frauendiakonat oder Zölibat, und und und aus dem verstaubten Schrank hervorgeholt.

Warum ich das schreibe? Was ich mir wünsche? Dass unsere Katholikentage in erster Linie wieder ein Fest des Glaubens werden, des öffentlichen, klaren und eindeutigen Bekenntnisses dieses Glaubens, zum Fest der Option und Liebe zu dieser unseren katholischen Kirche, und nicht zu Tagen von tausend Veranstaltungen, Vorträgen, Diskussionen und Streitgesprächen. Und dass es ein Fest der großen Freude und Begeisterung sein möge. Mehr brauchen wir nicht. Die Weltjugendtage und die katholische Jugend der Welt können uns hier als Beispiel dienen. Dann wird auch unser Katholikentag einen großen Eindruck, eine weitgehende Ausstrahlung und ein Zeichen der Zeit für die Welt sein.

Ich möchte der „Tagespost“ danken für die großartige und umfangreiche Berichterstattung über den Weltjugendtag in Sydney. Nirgendwo sonst habe ich Vergleichbares gefunden. Die Idee, junge Leute schreiben zu lassen, finde ich großartig. Der Papst und die Jugend Hand in Hand: Das hat doch wieder Mut gemacht. Dieser Weltjugendtag war für mich auch ein Ansporn, dass wir zwischen den Generationen viel offener und direkter miteinander umgehen sollten und unseren Glauben dabei unverkrampft zur Sprache bringen. Wir Alten können von der Jugend die Begeisterung lernen. Die Jugend kann von unserer Lebenserfahrung profitieren. Wir sollten mehr Mut zu neuen Gemeinsamkeiten haben.

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