Zum Kinderreport 2016: Ehe und Familie vernachlässigt

Im Gastkommentar der DT vom 4. Februar „Kinderarmut wird vernachlässigt“ klagt Thomas Krüger, dass bei der Bekämpfung der Kinderarmut in den letzten Jahren keine substanziellen Erfolge erzielt worden seien. Das trifft wohl zu. Krüger fordert ein bundesweites Aktionsprogramm, das im Wesentlichen auf eine Steigerung der finanziellen Leistungen abhebt. Sogar ein einheitliches Bildungssystem sei notwendig. Diese Forderungen erwecken den Eindruck, als sei die Kinderarmut im Wesentlichen eine Folge sozialstaatlicher und föderaler Defizite. Hauptursache der Kinderarmut ist aber nicht der Sozialstaat, sondern die anhaltende Schwächung von Ehe und Familie. Während von den in einer Ehe aufwachsenden Kindern 2004 etwa drei Prozent auf soziale Unterstützung durch den Staat angewiesen waren, waren es von den Kindern alleinerziehender Eltern 27 Prozent, also neunmal mehr. Eine Debatte über die Hauptursache würde schnell deutlich machen, dass das Problem nicht in erster Linie mit Geld zu lösen ist, dass es dazu vielmehr großer moralischer, kultureller, bildungs- und rechtspolitischer Anstrengungen zur Stärkung von Ehe und Familie bedarf. Das betrifft die Kirchen ebenso wie Staat und Gesellschaft. Auch dem Kinderschutzbund stünde eine solche Anstrengung gut an. Aber Krüger ist nicht nur Präsident des Kinderschutzbundes, sondern auch der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die sich mächtig für die Ausbreitung des Gender-Mainstreaming engagiert und bei einem einheitlichen Bildungssystem noch mehr Einfluss bekäme. Das Gender-Mainstreaming aber ist ein Frontalangriff auf Ehe und Familie. Damit trägt die bpb nicht nur weiter zur Schwächung von Ehe und Familie bei, sondern auch zur Verstetigung von Kinderarmut. Krüger beklagt als Präsident des Kinderschutzbundes, was er als Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung selbst befördert.

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