Zum Bericht über den Gedenktag des Heiligen Georg: In Russland hoch verehrt

Der interessante Artikel von Herrn Oblinger zum Gedenktag des heiligen Märtyrers Georg (DT vom 21. April) sollte ergänz werden. Nicht alle Christen sind so mit ihren Heiligen umgegangen wie die Katholiken vornehmlich in Deutschland mit so beliebten wie dem Heiligen Georg, und fast schon mit dem Heiligen Josef, der, wenn überhaupt noch in Kirchen vorhanden, dann in dunkle Ecken gedrückt. Nein, der Heilige Georg wird beispielsweise in Russland hochverehrt. Dort hat sich eine Historikergruppe gebildet, die den realen Hintergrund des Heiligen erforscht hat. Das Ergebnis wurde in der „Literaturnaja Gazeta“ am 3. Dezember 2002 veröffentlicht.

Anlass war Georgs Todestag vor 1 700 Jahren im Jahr 2003, der mit einer Ausstellung in der Moskauer Erlöserkirche „Georg Sieger – himmlischer Schutzherr“ im Januar des Jahres eröffnet wurde. Die Forschergruppe hat herausgefunden, dass Georg aus einer vornehmen Familie aus Kappadozien stammte. Der Bezirk in Kleinasien gehörte damals zum Römischen Reich. Als 303 die Christenverfolgung unter Diokletian begann, hatte sich Georg bereits öffentlich zum Christentum bekannt und wiederholte sein Bekenntnis vor einer Beamtenversammlung in Nikomedia. Er ließ davon nicht ab, auch nicht auf Zureden hin. Er kam ins Gefängnis, wurde gefoltert, blieb aber am Leben und wirkte einige Wunder, woraufhin sich die Kaiserin und mit ihr ein Teil des Hofes zum Christentum bekehrte. Auf Anordnung des Kaisers wurde er geköpft. Er war etwa 30 Jahre alt.

Der Heilige Georg wird im Übrigen auch von Muslimen verehrt. Die Verbreitung seiner Verehrung ist nach den Forschungsergebnissen besonders Jaroslaw dem Weisen zu danken. Er war Fürst der Kiewer Rus, wurde in der Kiewer Sophienkathedrale gekrönt. Jaroslaw nahm sogar den Namen Jurij (russische Form von Georg) an und ließ Münzen mit seinem Bild prägen. Seit 1037 wird der Jurij-djen (Georgstag) gefeiert. Moskau trägt Georg als Drachentöter in seinem Wappen; der höchste Orden des Zarenreiches war der von Katharina der Großen gestiftete Georgsorden. Er wurde von den Bolschewiki abgeschafft, aber am 8. August 2000 von Präsident Boris Jelzin als höchster Militärorden erneut gestiftet mit der Intention, das russische Militär solle gegen das Böse kämpfen.

Die Legende über den Drachen und das weiße Pferd rechnen die Historiker Überbleibseln aus der heidnischen Mythologie zu.

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