Zum Beitrag über das Gebet für geistliche Berufe im Erzbistum Berlin: Die Diakone nicht vergessen

In der Tagespost vom 3. April wird eine halbe Seite dem Gebet um geistliche Berufe im Erzbistum Berlin gewidmet. Das zeigt, wie nötig dieses Gebet ist, denn immer weniger Bewerber gibt es für das Priestertum oder den Ordensstand. Nur vom Diakon steht in dem Artikel kein Wort. Das berechtigt zu der Frage, ob denn der Diakon auch zu den „geistlichen Berufen“ zu zählen sei.

Das kann eigentlich keine Frage sein, wenigstens nicht für Leute, die „gut Bescheid“ wissen, denn das II. Vatikanum hat in der dogmatischen Konstitution über die Kirche gesagt: „So wird das aus göttlicher Einsetzung kommende kirchliche Dienstamt in verschiedenen Ordnungen ausgeübt von jenen, die schon seit alters Bischöfe, Priester, Diakone heißen“ (Abschn. 28). Das eine Amt in der katholischen Kirche besteht also in diesen drei Ordnungen, ist aber ein Amt, dessen Einheit immer wieder betont wird. Es muss allerdings hinzugefügt werden, dass es über ein Jahrtausend den Diakonat als eigenes Amt in der Kirche so nicht gegeben hat, bis der weltweit sich bemerkbar machende Priestermangel das II. Vatikanum bewogen hat, das urkirchliche Amt des Diakons zu erneuern.

Im Jahr 1967 erschien das päpstliche Schreiben über den Diakonat, in dem der Papst sagt, dass der Diakonat nicht als bloße Stufe zum Priestertum zu betrachten sei, sondern er sei wegen seines untilgbaren Charakters und seiner besonderen Gnade ausgezeichnet, so dass die Männer, die durch die Weihe dazu berufen werden, „den Geheimnissen Christi und der Kirche beständig zu dienen vermögen“.

Der Papst setzt das Weihealter für Verheiratete auf 35 Jahre fest und schreibt eine mindestens drei Jahre dauernde Vorbereitung bis zur Weihe vor. Der Verheiratete muss also bis zur Weihe neben seinem Beruf noch zusätzlich drei Jahre Ausbildung auf sich nehmen bis zur Weihe. Das bedeutet eine nicht zu unterschätzende zusätzliche Belastung. Schon deshalb sollte er mit dem Gebet begleitet werden.

Im Anschluss an das Konzil benennt der Papst die Aufgaben des Diakons, zum Beispiel Taufe, Trauung, Predigt, Katechese, Spendung der hl. Kommunion, Krankenkommunion, Segnungen, Leitung von Gebets- und Wortgottesdiensten, Beerdigungsfeiern und ähnliches. Das Konzil bezeichnet diese Aufgaben als für die Kirche „in höchstem Maße lebenswichtig“. Es dürfte also kein Zweifel darüber bestehen, dass der Diakon neben dem Priester Seelsorger ist und damit zu den geistlichen Berufen zu zählen ist. Deshalb soll auch an die Diakone gedacht werden, die nun in allen Bistümern Deutschlands tätig sind und an die, die es noch werden wollen.

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