Zum Abschluss des von Benedikt XVI. ausgerufenen Glaubensjahres : Jedes Jahr ist ein „Jahr des Glaubens“ : Auf, lasst uns Netze auswerfen...

Am heutigen Christkönigssonntag schließt das „Jahr des Glaubens“, das damals Papst Benedikt proklamierte, um die gesamte Kirche in eine Etappe der Vertiefung des Glaubens weltweit zu führen. Was ist daraus geworden? Rein äußerlich kann man nicht viel erkennen, was jetzt anders wäre als vor einem Jahr. Gott allein weiß, ob wir unseren Glauben vertieft und unser Glaubenswissen vermehrt haben, ob unser Glaube sichtbarer in die Welt ausstrahlt und mehr erkennbare Früchte bringt. Da ist eine kollektive Gewissenserforschung sicher angebracht.

Aber eines lehrt uns doch dieser Versuch, ein „Jahr des Glaubens“ zu leben: Es reicht nicht, nur ein Jahr lang diesen Vorsatz zu machen. Es reicht nicht, sich nur ein Jahr anzustrengen und sich um Glaubensvertiefung zu mühen. Es reicht nicht, sich nur ein Jahr als Gemeinde zu überlegen, wie es mit unserer „Ausstrahlung“ in die Welt bestellt ist. Jedes Jahr ist ein „Jahr des Glaubens“.

Eine große Mystikerin sagte einmal: „Wer auf dem Weg zu Gott nicht vorangeht, geht zurück.“ Geistliches Leben erträgt keine Pause und keinen Stillstand. Beginnen wir deshalb heute gemeinsam ein neues „Jahr des Glaubens“, auch ohne offizielle Verlautbarung und Hau-Ruck-Aktionen.

Wir dürfen dankbar sein für das „Jahr des Glaubens“, das uns Papst Benedikt XVI. geschenkt und das nun Papst Franziskus beendet hat. Ja, man könnte klagen, dass die Chance dieses Jahres nicht so genutzt wurde, wie man sich das hätte vorstellen können. Katechese und Glaubensweitergabe sind und bleiben Zukunftsaufgaben. Entscheidend ist freilich die Frage, was habe ich selbst aus diesem „Jahr des Glaubens“ gemacht. Wir sollten nicht warten, bis dieser oder jener Offizielle in Bewegung kommt. Auf, lasst uns Netze auswerfen...

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