Zu Gott kommen, wie ich bin

Alexander Ertl
| Alexander Ertl, 24, freier Autor "Junge Federn" und studiert Theologie in München

Den Reigen der deutschsprachigen Katechesen in der Kirche „Mapa Koœcio³ów“ (Mutter der Kirche) eröffnete am Mittwochvormittag der Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr. Dabei wurde er musikalisch umrahmt von Mitgliedern der Bewegung „Jugend 2 000“, die immer wieder Lobpreislieder anstimmten. Auch ließen sie ein Heiliggeistlied erklingen, um den Bischof und vor allem seine Worte unter den Segen Gottes zu stellen.

Neymeyrs Katechese orientierte sich am Leitwort der Barmherzigkeit und an einer ausgelosten Bibelstelle. Dabei handelte es sich um die Versuchung Jesu, die Neymeyr in der deutschsprachigen Katechese auslegte. Jeder Sünde, so der Bischof, gehe eine Versuchung voraus. Der Versuchung nachzugeben, schaffe erst das Leid in der Welt. Anders als von ihm in der Wüste verlangt werde, bewirkt Jesus aber kein „spektakuläres Wunder“, um seine Gottessohnschaft zu bezeugen, sondern widersagt dem Bösen.

Der Erfurter Bischof aktualisierte die Versuchungen und ließ seine Zuhörer mit darüber nachdenken, was denn die gewichtigsten Versuchungen unserer Zeit seien. Er nannte etwa den Geschlechtstrieb, der „kaum zu bändigen“ sei. Aber auch verschiedene Süchte wie Alkohol, Drogen und Internet seien schädlich für den Menschen. Ebenso berge das Streben nach immer mehr Haben, Macht und Geltungssucht Zerstörungspotenzial in sich. Das griechische „doxa“ könne zwar Ansehen und Ehre bedeuten, aber ebenso auch Schein. Neymeyr nannte auch eine wirksame Medizin gegen diese Versuchungen: Den barmherzigen Vater. „Ich kann zu Gott kommen, wie ich bin“, so der Bischof abschließend. Gerade in der Beichte sage Gott dies ganz konkret.

Der Autor, 23, nimmt am Weltjugendtag teil.

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