Wie kann man Langzeitarbeitslosen helfen?: Sparen und effizienter werden

Bischof Marx pocht auf öffentlich geförderte Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen (DT vom 26. Januar). Dazu möchte ich bemerken: Wenn der sogenannte 3. Arbeitsmarkt noch stärker ausgeweitet würde, hätte das zur Folge, dass dieser dem eigentlichen Arbeitsmarkt Konkurrenz machte mit dem Ergebnis, dass der Staat noch mehr eingreifen müsste und die Sozialabgaben weiter explodieren würden. Das Hauptproblem ist doch, dass die Arbeit durch öffentlich-rechtliche Zwangsabgaben aller Art immer teurer und deshalb nicht mehr konkurrenzfähig gemacht wird, besonders für einfache Tätigkeiten.

Die einfache Konsequenz wäre: Die öffentlich-rechtlichen Systeme müssen sparen und effizienter werden! Dazu ist es auch deswegen bisher nicht gekommen, weil die überwiegende Mehrheit unserer Volksvertreter aus eben diesen Systemen kommt. Auch die Kirchen in unserem Land zählen zum öffentlich-rechtlichen System, sind quasi staatlich strukturiert und arbeiten nicht besonders effizient.

Anstatt sich wirtschaftspolitisch mit zweifelhaften Rezepten zu Wort zu melden, wäre es besser, sich als Kirche und Oberhirte auf die Kernthemen zu konzentrieren, zum Beispiel auf Ehe und Familie: Wo bleibt der Aufschrei gegen ein neues Unterhaltsgesetz, das die Frau mit Kindern, die drei Jahre und älter sind, zwingt, nach der Scheidung eine Vollzeitstelle anzunehmen und ihre Kinder Tag für Tag in Kindergarten und Schule zu schicken? Wo bleibt ein Protest gegen das Scheidungsrecht, das in der Struktur eine Trennung der Partner begünstigt und damit Verarmung fördert? Wo bleibt eine, nur eine Sammlung im Jahr für den Kampf gegen Abtreibung, zur Unterstützung der Mütter, die von ihren Kindsvätern im Stich gelassen wurden?

Angesichts des demographischen Wandels wäre eine Offensive gegen die öffentlich-rechtlich unterstützte Abtreibung eines der dringlichsten Themen, aber mir scheint, bis auf einen oder zwei Vertreter halten die deutschen Bischöfe das Thema für politisch nicht korrekt. Auch beim Thema „Humanae vitae“ befindet man sich auf Tauchstation, es wird zum Beispiel der Zusammenhang zwischen vorehelichem Verkehr, Verhütung mit chemischen oder mechanischen Mitteln und Abtreibung verschwiegen. Dabei zeigt sich doch, dass Papst Paul VI. mit seiner Enzyklika den richtigen Weg gewiesen hat.

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