Wie das Gesundheitssystem zu kurieren wäre: Die 28+22+6+6+33 Regel...

Zum Artikel von Professor Bohrmann über das Gesundheitswesen (DT vom 26. Mai): Ich habe eine gute Nachricht für Professor Bohrmann: Den von Ihm gewünschten runden Tisch relevanter Gruppen zur Gestaltung des Gesundheitswesens gibt es bereits. Seit zwanzig Jahren haben es schwarz-gelbe, rot-grüne, schwarz-rote und jetzt wieder schwarz-gelbe sogenannte hauptsächlich selbsternannte Gesundheitsexperten aus Medizin, Ökonomie, Soziologie, Philosophie und Theologie in Zusammenarbeit mit den Herz-Jesu-Sozialisten geschafft, das bisher beste Gesundheitswesen der Welt erfolgreich an die Wand zu fahren.

Es ist schlichtweg gesagt pleite. Die Gesetzliche Kranken„versicherung“ mit den kranken Kassen basiert auf einem Umlageverfahren wie die Renten„versicherung“. Es fehlen Einzahler oder auch Kinder genannt. Auf 28 Prozent vom Lohn wird der Beitrag steigen müssen bis 2020, aber nur, um den Status Quo halten zu können – fragen Sie die Experten vom Finanzwissenschaftlichen Lehrstuhl der Uni Freiburg. Kennen Sie übrigens die 28+22+6+6+33 Regel?

28 Prozent für die Krankenversicherung, 22 Prozent für die Rente, 6 Prozent für die Pflegeversicherung, 6 Prozent für Unfall- und Arbeitslosenversicherung und 33 Prozent für Steuern, Schulden und andere EU Länder. Bleiben 5 Prozent zum Leben!

Was wir wirklich brauchen ist: keep it simple and stupid mit Eigenverantwortung siehe Irland und Schweiz. Was wir nicht mehr brauchen sind Runde Tische, Ausschüsse, Kommissionen, 350 kranke Kassen mit 350 Vorständen und ethische Ratschläge. Die Mediziner selber sind mit guten Beispiel vorangegangen und haben in vorauseilendem Gehorsam an den Zeitgeist den Eid des Hippokrates und die Ethik abgeschafft.

Man kann von Glück reden, dass die katholische Kirche zum gesundheitspolitischen Tagesgeschäft bisher geschwiegen hat. Wohin die Vermengung von Theologie, Ethik und Medizin führt, hat uns Frau Pfarrerin Käßmann deutlich gemacht: Der Gott der katholischen Kirche macht übrigens keine solchen Geschenke. Theologen sollten sich um ihr Kerngeschäft kümmern, nämlich um das Seelenheil der Menschen.

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