Verfassungs-Diskussion: Besser wird es sicher nicht mehr

Herrn Christoph Rautenberg und seiner Generation möchte ein Mitglied der 68er Generation (nur aufgrund Geburt) folgende Stellungnahme zu seinem Leserbrief von 18. April zur Kenntnis geben: Das dieses Jahr 60 Jahre alt werdende Grundgesetz ist zu wertvoll, als dass man es Müntefering und Genossen ausliefern dürfte. Politikerehrgeiz auf legislative Duftmarken vor dem eigenen Abgang hat Deutschland in den letzten Jahren mannigfach ertragen müssen. Doch Hände weg vom Grundgesetz! Eine aktuelle Verfassung würde viel Zeitgeist enthalten. Und der ist zurzeit alles andere als segensreich.

Political correctness, Umverteilung, Sozialneid, Hedonismus, ethische, moralische, religiöse und sexuelle Verwahrlosung, Euthanasieanmaßung über ungeborenes (Abtreibung) und endendes (aktive und passive Sterbehilfe) Leben et cetera würden in die neue Verfassung einfließen und einen gesellschaftlichen und juristischen Trümmerhaufen der Bestialisierung präsentieren. Nur unter dem dramatischen Trauma Deutschlands, Europa ins Chaos gestürzt zu haben, konnte das hochmoralische und juristisch geschliffene Grundgesetz zustande kommen. Ihm gebührt mehr Achtung, als es Müntefering und Co. bereit sind zu gewähren.

Wer das hochsolide Grundgesetz, das deshalb schon von vielen späteren Staaten mehr oder weniger adaptiert wurde, mit seiner nach innen und außen friedenswahrenden Funktion zu achten weiß, der sollte alle Träumer vor der Katastrophe einer „neuen, besseren Verfassung“ dringend warnen und in die Schranken weisen.

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