Unterschiedliche Stimmen zur „Tagespost“-Berichterstattung über den neuen US-Präsidenten Barack Obama: Ängste werden geschürt: Prädikat christlich nicht angebracht

Seit einiger Zeit fällt mir ihre fast ausschließlich negative Berichterstattung über den neuen US-Präsidenten Barack Obama auf; nach meinem Eindruck schüren sie sogar Ängste, als ob er derjenige sei, der vorhabe, die USA und den Rest der Welt ins Unglück zu stürzen. Dabei konzentrieren Sie sich nach meiner Auffassung nur auf zwei seiner zahlreichen Stellungnahmen und Vorhaben: Abtreibung und Homosexualität. Aber – wie oft bei Printmedien üblich: Hier wird eben auch jeder „Schnaufer“ sofort breit gestreut, ohne genauer hinzusehen und zuzuhören, wie die Auseinandersetzungen laufen. Wollen Sie tatsächlich den Lesern suggerieren, dass die Welt in George W. Bush einen Politiker von Format verliert? Ich las kein Wort mehr über seine menschenverachtende Politik bezüglich angeblicher Terroristen, bei denen nicht das mindeste erwiesen war (Stichwort Guantanamo), seinen Hang, selbstherrlich die Welt in Gut und Böse einzuteilen, zwei unter Lügen begonnene Kriege, die nichts als Chaos, Menschenrechtsverletzungen und echte Gefährdung für den Weltfrieden hinterlassen haben, seine Vetternwirtschaft mit der texanischen Öllobby, seine Unterstützung und Förderung korrupter Regierungen vor allem auch in Afrika und so weiter. Lebensschutz, wie Sie ihn propagieren, beginnt auch in diesen Feldern und beschränkt sich nicht auf das Thema Abtreibung allein. Ihre Einseitigkeit in der Berichterstattung enttäuscht mich sehr.

Zu dem Beitrag „Ist Obamas Amerika links“ (DT vom 20. Januar) von Michael Hochgeschwender möchte ich anmerken: In Amerika bedeutet „liberal“ dasselbe wie bei uns „links“, „leftliberal“ also „linksextrem“. Obama gilt also in Amerika als Linksextremer, wobei dieses Wort zwar mit ähnlichen, teils aber auch abweichenden Inhalten gefüllt ist. Obama vertritt alle Positionen des modischen anti-christlichen Weltbildes, was auch an seiner konsequenten Haltung zur Abschaffung jedes Lebensschutzes, zur totalen Preisgabe des Schutzes menschlicher Existenz deutlich wird. Dies werden wir bereits in den kommenden Monaten erleben. Ob Herr Hochgeschwender dann bei seiner Behauptung bleiben wird, eine derartige Haltung sei „christlich“? Ebenso wenig angebracht ist die völlig unzutreffende Behauptung, die Gegner des Neodarwinismus seien „fundamentalistische Ideologen“. Diese Gegner fordern lediglich, dass eine anti-christliche, übermächtige Ideologie infrage gestellt werden darf. Schon diese Tatsache allein erbittert Politiker wie Obama derartig, dass sie alle Geschütze gegen diese kleinen, im Gegensatz zu Obama tatsächlich christlichen Gruppen in Stellung bringen.

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