Umgang mit Missbrauchstätern: Jesu mangelndes Fingerspitzengefühl

Umgang mit Missbrauchstätern

Zu „Die Krise des Klerikerstandes“ (DT vom 14. März): Auch ich bin der Ansicht, dass sexueller Missbrauch, besonders bei Klerikern, etwas Entsetzliches ist, und dass ein „Null-Toleranz“-Gebot zu gelten habe.

Was mich beim Lesen des Artikels von Guido Horst befremdet und geärgert hat, war der Gebrauch des Begriffs „Fingerspitzengefühl“. Da nimmt also ein offensichtlich schuldiger Bischof an den Fastenexerzitien von Papst und engsten Mitarbeitern teil. Kann man diesen Bischof – wenn man guten Willens voraussetzen muss, dass er Reue empfindet – davon ausschließen? Sollte man ihn allein Exerzitien machen lassen, als ob es Sünder erster und zweiter Klasse gäbe? Wie viele Stellen gibt es in der Heiligen Schrift, angefangen beim Alten Testament („Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach“) bis hin zu den Aussprüchen Jesu über den oder die Sünder! Da hat auch Jesus einen merkwürdigen Eindruck auf „die Leute“ gemacht („Er isst mit Zöllnern und Sündern“). Da hatte Jesus offensichtlich „wenig Fingerspitzengefühl“!?

R. Konen, 41469 Neuss

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