Umgang der Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen: Ehe mit Kündigungsrecht gibt es nicht

Bei allem Verständnis und Sympathie für das Ehepaar Strieder, das sich seiner Kirche verbunden fühlt, aber nahezu verzweifelt an der unbeweglichen Auslegung des irdischen Kirchenrechts (Leserbrief „Arrogant, weltfremd, erschienen in „Die Tagespost“ vom 31. Juli):

Das von Brautleuten aus eigenem freien Wunsch erbetene Ehesakrament, das unter Zeugen dem Partner gegebene Versprechen, „zusammenzustehen, bis dass der Tod uns scheide“, vor dem Altar Gottes und in seinem Auftrag vom Priester gesegnet, ist nach dem Evangelium nicht auflösbar. Eine kirchliche Trauung mit eingebautem „Kündigungsrecht für Beide“ ist in einer katholischen Kirche nicht zu haben.

Wer aber hat das Recht, einen Betrogenen, Gedemütigten, Verstoßenen oder einfach schlicht Verlassenen als Schuldigen zu bestrafen, als sei er der Täter? Einen, der sich nicht schuldig fühlen und keine Reue empfinden kann?

Wer seinen Glauben lebt, die Messe mitfeiert, sein „Gut und Böse“ auf den Altar legt und hört „nehmet und esst alle davon“, sich aus freiem persönlichen Gewissen seiner Kirche zugehörig fühlt – er ist ja Teil des „mystischen Körpers Jesu“ –, kann der dann ohne jeden „persönlichen Bezug“, durch ein pauschales Verwaltungsdekret der „Arbeiter im Weinberg des Herrn“ vom Tisch des Herrn verbannt werden?

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