Sozialstaats-Debatte: Die demographische Entwicklung bedroht das Rentensystem: Der Mangel wird verwaltet

Endlich wird in der „Tagespost“ umfassend über das deutsche Rentensystem berichtet. Es ist kein Fehler Professor Bernd Raffelhüschen aus Freiburg zu zitieren (DT vom 17. April). Es ist aber nicht richtig, die geburtenstarken Jahrgänge wegen starker Kinderlosigkeit zu tadeln und die Verursacher der demografische Katastrophe nicht zu erwähnen. Ein Blick in die Versicherungsverläufe der Generation der jüngeren Rentner und in die Bevölkerungsstatistik führt zu folgendem Ergebnis:

Die Gewinner der jetzigen staatlichen Umverteilung sind die zwischen 1937 und 1949 Geborenen, die 40 bis 45 Jahre in Deutschland Beiträge in das jetzige Rentensystem eingezahlt haben und seit 2002 Rentner werden. Diese Großeltern haben in den späten 1960 und frühen 1970 nicht in ausreichendem Maße die Elternschaft für die nachwachsenden Beitragszahler und ausreichend potenzielle Ehepartner für die geburtenstarken Jahrgänge übernommen, sondern wurden Eltern des demographischen Problems.

1957 wurden ihnen versprochen, dass diejenigen, die das 65. Lebensjahr vollenden, bis zum Tode die Rente bekommen. Damals wurden die Männer im Durchschnitt 64 Jahre, die Rentenversicherung zahlte an die 65-Jährigen und älteren in der Regel acht Jahre die Altersrente, und im Anschluss zwei Jahre Witwenrente. 1957 gab es 325 000 Wiegen mehr als Bahren. Heute erhalten die Jahrgänge 1937 bis 1943 16 Jahre die Altersrente, die Frauen sogar 20 Jahre, die Witwenrente wird vier Jahre gezahlt. Auch wenn die monatliche Rente nicht reich macht, ab dem 13. Jahr des Rentenbezugs zahlt die gesetzliche Rentenversicherung für einen Rentner wesentlich mehr, als er und sein Arbeitgeber eingezahlt haben und vor 50 Jahren vereinbart war.

Heute wird von immer weniger Erwerbstätigen erwartet, immer mehr Rentner länger zu finanzieren, als diese ihren Eltern die Rente bezahlt haben. Daher sind Rentenerhöhungen nicht gerechtfertigt. Die obengenannten Jahrgänge haben aber auch durch ihre geringe Geburtenzahl zu ungewollten Junggesellen im Bereich der geburtenstarken Jahrgänge geführt. Die Differenz zwischen den Männer eines Jahrgangs und den Damen eines fünf Jahre jüngeren Jahrgangs beträgt bis zu 227 000 (Männer 1968 :Frauen 1973) Überschuss an Männern.

Nach der heutigen Rentenformel erhalten die Verursacher des demographischen Problems die höchste Rendite in der gesetzlichen Rentenversicherung; da in Zukunft mit steigenden Beiträgen zu rechnen ist, erhalten die ab 1960 Geborenen voraussichtlich das, was sie eingezahlt haben und die ab 1983 Geborenen werden weniger an Rente erhalten als sie eingezahlt haben. Die Jungen müssen sich gegen Politiker wehren, die anstelle Rückstellungen für die soziale Absicherung der Jüngeren zu bilden, lieber zum Beispiel mit Rentenerhöhungen vor Wahljahren ihre Wählerstimmen einkaufen. Zur Bewältigung des demographischen Problems wird von der Bundesregierung und Politikern der sie stützenden Fraktionen kein Lösungsbeitrag geleistet, daher ist davon auszugehen, dass der Mangel nur verwaltet werden soll.

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