Sommerakademie in Aigen: Strukturreformen können Neuevangelisierung im Weg stehen: Freude am priesterlichen Beruf

Endlich! Mit Freude lese ich die Überschrift „Strukturreformen können einer Neuevangelisierung im Wege stehen“ (DT vom 5. September) über die Sommerakademie in Aigen, die wohl bei der hiesigen Theologenzunft kein sehr hohes Ansehen hat. Man wundert sich schon lange, dass die Reaktion der Universitätstheologie, auch der Pastoraltheologie, auf die ideologiebelasteten Strukturreformen in manchen Diözesen so dürftig ist. Rühmliche Ausnahme ist die letzte Herderkorrespondenz. Wenn unter anderem in Essen, Aachen, Münster meines Erachtens fast revolutionäre Strukturveränderungen geschehen, dann müsste doch die Theologenzunft, die die schwindende Zahl zukünftiger Pfarrer ausbildet, höchstes Interesse daran haben, die Folgen der nur in einigen Fällen notwendigen Strukturveränderungen für die Glaubensexistenz der Christen und nicht nur für die Priesterberufe zu bedenken und kritisch zu begleiten. Etwas Ironie wird die Zunft vielleicht ertragen: Nicht nur die Unterschiede zwischen Exkommunikation und Suspension und der Missionsbefehl Jesu Christi dürfen Sujet der Theologie sein, sondern viel mehr die Befruchtung des Glaubensgeistes vor allem im deutschsprachigen Katholizismus und die Freude am priesterlichen Beruf durch die vom Papst angeforderte Neuevangelisierung der müden Christenheit bei uns.

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