Schwarz-Grüne Koalitionen: Zum Interview mit Oswald Metzger, früher Grüner, heute CDU: Ein schlechter Kronzeuge

Der von der Tagespost interviewte ehemalige Grünen-Politiker Metzger (DT vom 12. Juli) ist ein denkbar schlechter Kronzeuge für ein Zusammengehen von CDU/CSU und Grünen. Sein christdemokratisches Herz hat er erst entdeckt, als seine Chancen sanken, von seiner damaligen Partei auf einen aussichtsreichen Kandidatenplatz für den Bundestag nominiert zu werden. Jetzt kämpft er um einen solchen Platz bei der CDU, bislang freilich erfolglos.

Vor dem CDU-Nominierungsparteitag in Biberach, bei dem er dann von der Parteibasis als Kandidat für den Bundestag abgelehnt wurde, erklärte er öffentlich, im Fall seiner Niederlage seine politische Karriere zu beenden. Nach der Niederlage war diese Aussage binnen eines Tages vergessen; jetzt sucht Metzger fleißig nach einem anderen Wahlkreis, in dem ein neuer Kandidat für den Bundestag gefunden werden muss.

Wie vage seine Aussagen zu entscheidenden Fragen der Sozialethik sind, erkennt man an seinen Äußerungen im Interview mit der Tagespost zum Thema Lebensschutz: Zur Spät-Abtreibung, bei der das Baby erst zu einem Zeitpunkt getötet wird, wo es außerhalb des Mutterleibes bereits lebensfähig wäre, konnte ihm der Interviewer der Tagespost gerade einmal den Satz entlocken, „er höre niemanden bei den Grünen, der offensiv dafür plädiere“. Auch bei den anderen Parteien dürfte er kaum jemanden finden, der sich für ein so abscheuliches Umbringen von Kindern ausspricht. Es geht aber gar nicht darum, „nicht dafür“ zu sein, sondern darum, aktiv dafür zu kämpfen, dass die Spät-Abtreibung durch den Gesetzgeber verboten und unter Strafe gestellt wird. Dazu sagt Metzger kein Wort.

Erst recht keine Aussage findet der ehemalige Grüne zum massenhaften Töten von Kindern aufgrund der Fristenregelung mit Beratungsschein. Es fordert in Deutschland Hunderttausende von Menschenleben. Wo bleibt hier eine ganz konkrete Aussage des Kandidatur-Bewerbers?

Auch zum Problem der Euthanasie, das zurzeit hochaktuell ist, sagt Metzger kein Wort. Sieht so ein leidenschaftlicher Vorkämpfer für den Schutz des menschlichen Lebens aus? Sein Bekenntnis zur christlichen Ethik klingt hohl, solange er nicht klar zur Sache kommt. Die Parteibasis der CDU wird sich da kein X für ein U vormachen lassen.

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