Roland Kochs Rückzug und die Spardebatte: Geldverschwendung überprüfen

Auch nach Kochs Rückzug aus der Politik ist seine zuvor erhobene Forderung richtig, „dass beim Sparen auch Bildung und Kleinkinderbetreuung nicht ausgenommen werden dürften“ (DT vom 26. Mai). In keinem Bereich wird so viel Geld nicht nur verschwendet, sondern zum Schaden ausgegeben wie in der durch Ideologie geprägten Bildungspolitik von der Krippe bis zum Staatsexamen.

Da werden von ausgewiesenen Fachleuten festgestellte Tatsachen einfach hartnäckig ignoriert, ja auf den Kopf gestellt und beliebige Behauptungen als Tatsachen ausgegeben. Einzelfälle können nicht systembestimmend sein. Kinder sind nun mal sehr verschieden. Da gibt es solche, die sich in jedem Erziehungssystem problemlos entwickeln; häufig halten die Eltern solcher „pflegeleichten“ Kinder sich für geniale Erzieher. Diese Kinder würden auch in einer staatlichen Kollektiverziehung nicht erkranken. Andere Kinder, und zwar die meisten, brauchen für eine in jeder Beziehung gesunde Entwicklung die häusliche Geborgenheit wie die Luft zum Atmen. Das haben Fachleute wie der Neurologe Professor Hüther und die Kinder- und Jugendpsychologin Christa Meves nachgewiesen, und zwar nicht nur mit Einzelfällen, sondern mit Statistiken. Nachweise, dass staatliche Kollektiverziehung für die Kinder lebensnotwendig sei, liegen nicht vor.

Dazu kommen die Kosten: Ein Krippenplatz kostet nach unterschiedlichen Berechnungen 1 000 bis 2 000 Euro im Monat. Würde der Staat, anstatt diese Plätze zu bezahlen, den Müttern einen größeren Teil dieses Geld direkt zukommen lassen, wäre allein damit schon ein erheblicher Teil von Kochs Einsparungsforderungen erfüllt, und das durch eine Systemverbesserung. Das wäre ein wirksames Mittel zur Verbesserung der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft; denn die meisten Frauen wollen keine oder keine weiteren Kinder haben aus finanziellen Gründen, beziehungsweise sie gehen aus Geldmangel einer Erwerbsarbeit nach und brauchen Krippen. Das „Elterngeld“ ist wegen seiner geringen Höhe angesichts der tatsächlichen Kosten und Belastungen der Eltern durch die Kinder fast Verspottung der Eltern.

Die Festlegung familienfördernder Bildungsinhalte in schulischen Lehrplänen kostet fast nichts, sie können aber höchst konstruktive oder verheerende destruktive Auswirkungen auf die Einstellungen der jungen Menschen zur Bedeutung von eigenen Kindern als überragenden Wert und Sinn für die eigene Lebensplanung haben, auch mit umfangreichen finanziellen Folgen für die Gesellschaft.

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