Regensburger Theologen: Empörender Umgang mit Papst: Ein deutliche Schieflage

Ich stimme dem vom Bischof von Regensburg Gerhard Ludwig Müller an die Hochschullehrer gerichteten Vorwurf voll und ganz zu (DT vom 19. Februar). Die Hochschullehrer haben dem Papst in ihrer Petition vom 28. Januar vorgehalten, ein Handeln zum Schaden der Kirche vorgenommen zu haben, indem er die Ablehnung von Beschlüssen des II. Vatikanums zulasse. Diese Unterstellung entbehrt wirklich jeder Grundlage. Geradezu infam ist die Passage: „Die Unterzeichnenden werten es als klare Richtungsanzeige, dass Papst Benedikt XVI. diese Aufhebung (der Exkommunikation) in direkter zeitlicher Nähe zum symbolträchtigen 50. Jahrestag der Ankündigung der Einberufung eines Konzils durch Papst Johannes XXIII. vollzogen hat. Diese Rückwärtswendung lässt die Rückkehr von Teilen der römisch-katholischen Kirche in eine antimodernistische Exklave befürchten. Durch diese Rückwärtswendung wird es zugelassen, dass Teile der römisch-katholischen Kirche – neben vielem anderen – offen Geist und Buchstaben bedeutender Dokumente des II. Vatikanischen Konzils ablehnen dürfen.“ Ein solcher Umgang mit dem Papst ist empörend. Es ist für mich einfach unfassbar, wie katholische Theologen dazu kommen, einen solchen Vorwurf gegen den Papst zu erheben.

Die Vorgänge in Regensburg zeigen, wie es um den Zustand der wissenschaftlichen Theologie in Deutschland steht. Um nicht missverstanden zu werden. Ich verstehe Theologie nicht als Wiederholen und Auswendiglernen lehramtlicher Entscheidungen. Das wäre naiv. Wo aber Theologen meinen, ohne Kirche und Lehramt beziehungsweise nur in Opposition dazu auszukommen, läuft Grundsätzliches schief.

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