Reformvertrag der Europäischen Union scheitert am Referendum in Irland: Treu zum Christentum stehen: Nach Wartezeit erneut versuchen: Wird der Volkswille missachtet?

Zu „Iren stoppen Vertrag von Lissabon“ (Titelseite der DT vom 14. Juni): Ich möchte den Iren zur Ablehnung des Vertrages von Lissabon ausdrücklich gratulieren. Ein christliches Land hat Flagge gezeigt. Es hat keinem Vertrag zugestimmt, in dem es keinen Gottesbezug gibt und keinen Hinweis auf die christlichen Wurzeln Europas. Irland hat sich durch viel Geld nicht kaufen lassen. Das Geld wäre auch ein Judaslohn gewesen, wenn Irland dem Vertrag zugestimmt hätte trotz des Verrates am Christentum. Die Laizisten im englischen Parlament fördern die Abtreibung, sie propagieren Homosexualität und der hochqualifizierte Rocco Buttiglione konnte nicht Kommissar werden wegen seiner christlichen Überzeugung.

Ich werde im kommenden Jahr nur zur Europawahl gehen, weil ich die überzeugten Christen in der CDU/CSU unterstützen möchte, die treu zu ihrer Überzeugung stehen, auch wenn sie manchmal bei Abstimmungen unterliegen.

Das Nein der Iren, deren Wirtschaft wie kaum ein anderes Mitgliedsland durch die EU einen ganz enormen Auftrieb erlebt hat, muss natürlich akzeptiert werden. Obwohl sich fast nur die Hälfte der Iren an dieser Wahl beteiligt haben.

Da die EU für mich in Gefahr steht, zu groß zu werden, sollte es – mit Ausnahme der praktisch schon abgeschlossenen Verhandlungen mit Kroatien – einen vorläufigen Aufnahmestopp geben. Ich bin davon überzeugt, dass die Iren sich – trotz ihres Neins zu diesem Vertrag – weiterhin auf die EU zubewegen werden. Es war richtig, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Staaten mit noch ausstehenden Entscheidungen appelliert hat, die Ratifizierung fortzusetzen. Positive Antworten folgten ihr unter anderem aus England, Spanien und etlichen anderen Ländern. Ich halte es für wahrscheinlich, dass es die Iren nach einer Wartezeit nochmals versuchen werden. Es lebe die Demokratie.

Zur Ablehnung des EU-Vertrages durch Irlands Bevölkerung: Die Enttäuschung der EU-Bosse und Staatschefs über das „Nein“ Irlands zur EU ist ein weiterer Beweis dafür, dass den Politikern die Meinung des Volkes nichts gilt. Wird das Volk im Rahmen von Abstimmungen nach seinem Willen befragt, dann wird es vorher durch „meinungsbildende Maßnahmen“ derart verwirrt und verunsichert, dass ein Mehrheitsbeschluss in der Regel genau ins Konzept der Politiker passt. Unerwünschte Abstimmungsergebnisse werden zum wiederholten Mal mit geheuchelter Toleranz zur Kenntnis genommen und sofort unterlaufen, wenn das Volk alles vergessen hat und in die gewünschte Gleichgültigkeit und Lethargie zurückgefallen ist. Notfalls lässt man das dumme Volk mit immer „neuen Vorlagen“ solange über denselben Punkt abstimmen, bis das gewünschte Ergebnis vorliegt. All das sind Symptome reinster Anti-Demokratie und die dreiste Verachtung des Volkswillens.

Themen & Autoren

Kirche