Professor Schallenberg über Globalisierung und Ethik: Profit und Habgier lauern noch immer

Professor Schallenberg hat Recht, wenn er Abba mit dem Hinweis zitiert „The winner takes it all“: Der Sieger trägt seine Schäfchen erfolgreich ins Trockene, der Rest hat das Nachsehen! Und weiter wird gerade durch den Wettbewerb von Menschen um bessere und beste Leistungen und Produkte und Profite ein wachsender Wohlstand für alle erreicht – freilich um den Preis relativ hoher sozialer Ungleichheiten...

Jedes Wort kann ich unterstreichen. Nur haben die Worte von Professor Schallenberg mich nicht aus der Erfahrung der Wiedervereinigung unseres Vaterlandes überzeugen können. Kein Wort der Empörung kam von der Politik, als ganz brutal Wettbewerber in den neuen Bundesländern strategisch ausgeschaltet oder gänzlich eliminiert worden sind allein zur Sicherstellung gehabter Marktanteile. Als tausende Menschen praktisch über Nacht arbeitslos, ohne Sozialplan, auf der Straße standen. Dabei will ich nicht die enormen Leistungen zur Angleichung der Infrastruktur an Westniveau und vieles andere mehr negieren. Nein, mir geht es um die immer noch ungleiche Behandlung vieler Menschen in Ost und West. Eben um die wirtschaftliche Verödung ganzer Regionen und deren Ausblutung durch Entvölkerung.

Nicht nur seit der globalisierten Welt ist scheinbar die Ethik auf dem Rückzug. Nein, Profit und Habgier waren nachweislich im 19. und 20. Jahrhundert besonders in der Wirtschaft offen ungehemmt zu spüren. In der Demokratie sind sie scheinbar versteckt, aber da sind sie immer noch.

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